Pflanzenkunde für kleine Detektive: Mit Kindern die Natur entdecken

Von: Maria Hilt, ddp
Letzte Aktualisierung:
Pflanzen Kinder Natur Entdecken
Kinder sammeln auf einer Wiese Spitzwegerich: Endlich haben Schneeanzug und Matschhose ausgedient. Die Frühlingssonne sorgt dafür, dass sich die Kinder wieder unbeschwert im Freien austoben können. Eine gute Gelegenheit, mit den Kleinen ein paar Spiele an der frischen Luft zu machen. Foto: ddp

Düsseldorf/Mülheim. Endlich haben Schneeanzug und Matschhose ausgedient. Die Frühlingssonne sorgt dafür, dass sich die Kinder wieder unbeschwert im Freien austoben können. Eine gute Gelegenheit, mit den Kleinen ein paar Spiele an der frischen Luft zu machen. „Die Natur ist ein idealer Spielraum für Kinder”, sagt Annemarie Stollenwerk, Co-Autorin des Buches „Komm, wir gehen raus”. Die vielseitigen Reize schulten die Sinne und legten so den Grundstein für die Lernfähigkeit.

Besonders beliebt sind bei den Kleinen Entdecker-Spiele. „Man kann Kinder beispielsweise ermuntern, fünf verschiedene grüne Gegenstände zu suchen. Anschließend betrachtet man gemeinsam, was da so gefunden wurde”, sagt Stollenwerk. Auch das Pflanzenmemory sei ein beliebtes Suchspiel. Dazu sammelt man zehn bis zwölf verschiedene Blüten und Blätter im Garten. „Die Kinder müssen dann suchen, wo diese Pflanzen wachsen”, erläutert die Sozialpädagogin aus Mülheim. Über solche Spiele könne man auch gut naturkundliches Wissen weitergeben. „Es gibt auch schon für kleinere Kinder sehr schöne Pflanzenführer, mit deren Hilfe man gemeinsam die Funde bestimmen kann.”

Viel über das Wachstum von Pflanzen lernen Kinder, wenn sie im Frühling die erwachende Natur mit den keimenden Samen und jungen Pflänzchen beobachten. Ingegerd Sautter-Lehrmann, Erzieherin im Waldkindergarten Düsseldorf, schlägt vor, mit Kindern beispielsweise Eicheln in einzelne Töpfe zu pflanzen. „Ein Topf wird an einen Sonnenplatz gestellt, ein anderer in den Schatten. Manche der Sprösslinge gießt man, andere nicht - und dann beobachtet man gemeinsam mit den Kindern, wie verschieden die Triebe sich entwickeln”, sagt sie.

Auch Tiere sind immer wieder faszinierend für Kinder. Sie beobachteten beispielsweise gerne die kleinen Insekten, die sich unter einem Stein oder einer Platte verstecken. Sautter-Lehrmann empfiehlt eine Becherlupe, mit der die Kinder die Kleintiere ganz genau begutachten können. „Passend dazu kann man mit Kindern ein Regenwurmrennen veranstalten”, sagt Annemarie Stollenwerk. Dazu krabbeln die Kinder hintereinander und fassen dabei ihren Vordermann an den Fußgelenken. So werden Hindernisse überwunden und kleine Wettläufe veranstaltet.

Wenn es draußen warm genug ist, finden Spiele mit Wasser großen Anklang. „Beim Wasserabfahrtslauf zeichnet man auf ein leicht geneigtes Brett mit Kreide eine Start- und eine Ziellinie. Nun kippt jedes Kind einen Becher mit Wasser auf die Fläche, und man beobachtet, welches Rinnsal zuerst die Ziellinie erreicht”, erklärt Stollenwerk. Mit Wasser könne man auch Musik machen: Wenn man beispielsweise einige Flaschen mit verschiedenen Mengen Wasser füllt, erklingen verschiedene Töne, wenn man dagegen schlägt oder über die Flaschenöffnung bläst. „Ein tolles Geräusch entsteht auch, wenn man Konservendosen mit Wasser füllt und darin mit einem Metalllöffel herumrührt”, sagt die Autorin.

Ingegerd Sautter-Lehrmann betont: „Auch die alten Spiele von früher begeistern Kinder heute noch.” Ihre Kindergartenkinder liebten beispielsweise das Schattenfangen, bei dem man versucht, auf den Schatten des anderen zu treten. Auch „Bäumchen wechsel dich” mache den Kleinen Spaß: „Hier stellen sich bis auf ein Kind alle an je einen markierten Baum. Das außenstehende Kind ruft dann Bäumchen wechsel dich, alle Kinder rennen zu einem anderen Baum und der Rufer versucht, auch einen Stamm für sich zu erhaschen”, erklärt Sautter-Lehrmann.

Die Beschäftigung mit der Natur trage auch zur ästhetischen Bildung bei. „Hier erfahren und erleben die Kinder mit allen Sinnen die Schönheit der Natur mit dem Spiel von Licht und Schatten, den unterschiedlichsten Farben und Urfomen wie beispielsweise der Spirale oder Kreisen”, sagt Sautter-Lehrmann. Aus den vielen verschiedenen Materialien, die die Natur biete, könne man mit Kindern beispielsweise schöne Mandalas legen. Aus Steinen, Erde, Blättern und Gräsern entstehe schnell ein buntes, blütenförmiges Gebilde. „Eine schöne Beschäftigung ist auch, mit verschiedenfarbiger Erde zu malen oder mit tonhaltiger Erde Baumstämme mit Mustern oder Gesichtern zu gestalten”, sagt Sautter-Lehrmann. Dazu feuchte man die Masse etwas an und drücke die Formen auf der Rinde fest.

Wichtig sei auch das selbstorganisierte Spiel, bei dem die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen können, betont die Erzieherin. „Kindern fällt immer was ein, wenn sie viele Materialien wie Wasser, Sand, Erde, Steine, Stöcke, Blätter und Rinde zur Verfügung haben”, sagt Sautter-Lehrmann. Erwachsene könnten dieses freie Spiel begleiten, indem sie Dinge benennen oder nachfragen, was das Kind gerade erlebt. Sautter-Lehrmann empfiehlt Eltern außerdem, mit ihren Kindern nicht nur den Garten, sondern auch mal den Wald als Spielraum zu entdecken. „Dort bietet sich ein großes Gelände voller Unebenheiten, Kuhlen und umgestürzter Baumstämme - ein echter Abenteuerraum.”

Bei Ausflügen in die Natur sollte man die nötigen Schutzmaßnahmen vor Sonne sowie Zecken und anderem Getier nicht vergessen. Annemarie Stollenwerk empfiehlt fürs Spiel im Freien Sonnenhüte, langärmelige Oberteile und lange Hosen. „Damit Zecken nicht so leicht an die Haut der Kinder gelangen, sollte man die Strümpfe über die Hosenbeine ziehen und das Oberteil in die Hose stecken”, rät die Autorin. Zusätzlich könne man ein Zeckenschutzmittel anwenden. „Nach der Rückkehr sollte man Kinder außerdem immer sofort nach Zecken absuchen”, betont Stollenwerk.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert