Partnersuche im Internet: Der Online-Flirt-Trainer hilft

Von: Sascha Eichler, dpa
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Acht Millionen Menschen sollen im vergangenen Jahr in Deutschland das Internet zur Partnersuche genutzt haben. Foto: Daniel Samanns/ ddp

Bonn. Acht Millionen Menschen sollen im vergangenen Jahr in Deutschland das Internet zur Partnersuche genutzt haben. Die Braut- und Bräutigam-Schau im Netz hat sich zu einem riesigen, neuen Markt entwickelt, für den andere Regeln gelten als auf offener Straße.

Und die wollen beherzigt werden, wenn der Traumpartner gefunden werden soll, denn der Wettbewerb ist groß. Der Bonner Andreas Laakmann (42, „erfolgsdate.de”) ist nach eigenen Angaben der erste Online-Flirt-Trainer Deutschlands. Er berät allerdings nur Männer. Die haben es allerdings auch besonders nötig, glaubt man Laakmann - denn sie erhalten in der Regel deutlich weniger Zuschriften als Frauen.

„Männer denken zu technisch”, sagt Laakmann. „Frauen wollen emotional berührt werden.” In einem Profiltext für das Internet sollte man daher nicht einfach schreiben: „Mein Hobby ist Motorrad fahren”, das sei zu langweilig. Besser sei ein wenig Romantik: „Ich mag es, mir im Sommer den warmen Wind um die Nase wehen zu lassen und durch blühende Landschaften zu fahren, während ich das Vibrieren meines Motorrads unter mir spüre.”

Der Mann dürfe durchaus unterschwellig sexuell sein, aber auf keinen Fall plump mit der Tür ins Haus fallen: Formulierungen wie „Ich stehe auf schöne Frauen” sind tabu. Erfolgversprechender sei es, der Frau Komplimente zu machen und ihr zu sagen, was „ihm” an ihrem Internet-Profil gefallen hat. Komplimente zum Aussehen sind platt und ebenfalls tabu. Auch das Wörtchen „nett” sollte niemals verwendet werden.

Der Suchende im Netz sollte auch Ansprüche an seine künftige Partnerin stellen und darf sie durchaus auf witzige Weise provozieren, sagt Laakmann. Sich nur anzubiedern, sei einer der häufigsten Fehler - weil es verzweifelt wirke.

Doch das Internet ist nur die erste Hürde. Denn irgendwann kommt es zum realen Treffen. Der Flirt-Experte rät deshalb: „Nichts Beschönigen. Wenn ich zehn Kilogramm zu viel auf der Waage habe, dann schreibe ich das auch.” Die Kontaktbörse im World Wide Web biete den großen Vorteil, dass man sich unter Leuten bewegt, die alle einen Partner suchen. „Wenn ich dagegen jemanden in der Stadt ansprechen möchte, weiß ich nicht, ob derjenige verheiratet ist oder glücklich in einer Beziehung lebt.”

Alexander Wessendorf versucht es auf die konventionelle Weise. Er steckt die Hände in die Hosentasche und schlendert durch die Fußgängerzone. Er stoppt, zögert und fragt schließlich eine Frau nach der Uhrzeit. 14.22 Uhr. Die Frau geht weiter. Flirt-Trainer Laakmann beobachtet Wessendorf, schüttelt den Kopf und sagt: „Er hat schon wieder die Hände in der Hosentasche. Körpersprache ist das A und O beim Flirten.”

Laakmann unterbricht die Übung, geht auf seinen Schüler zu und stoppt nur wenige Zentimeter vor ihm. Er berührt mit der Hand leicht den Arm. „Kontakt verschafft Vertrauen. Du darfst nicht zu nah, aber auch nicht zu weit weg stehen”, erklärt der Experte. „Viele Dinge sieht man selber gar nicht”, sagt er.

Seit zwei Jahren bietet Laakmann mit seinem Geschäftspartner Thomas Wilk mit seiner Firma „Erfolgsdate” sein Wissen an. Es gibt ein Grundkonzept, aber darüber hinaus gilt: „Jeder Jeck ist anders.” Sein jüngster Schüler war 22 Jahre alt, sein Ältester 59 Jahre.

In Laakmanns Seminaren lernen die Teilnehmer sich selber besser einzuschätzen. „Die eigene Körpersprache ist den meisten Teilnehmern oft gar nicht richtig bewusst”, sagt der Profi. Wo sind meine Stärken, wo meine Schwächen? Was mache ich, wenn ich nervös bin? Zehn positive Eigenschaften sollte Wessendorf notieren: „Mir fiel nichts ein”, erzählt er.

„Negative Eigenschaften hätte ich Tausende aufschreiben können.” Seit einem Jahr arbeitet Laakmann mit seinem Schüler Alexander zusammen. Charmant und humorvoll ist Alexander, an seinem Selbstbewusstsein muss er allerdings noch arbeiten. Außerdem versucht er nun, seine Hände immer locker baumeln zu lassen.
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