Ob Gold oder Platin: Richtig blond ist gar nicht so einfach

Von: Britta Schmeis, dpa
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Ob Gold oder Platin: Richtig blond ist gar nicht so einfach
Das britische Supermodel Agyness Deyn: Sie ist mit verantwortlich für das Wiedererstarken des Trends zum blonden Haar. Foto: dpa

Düsseldorf/Hamburg. So blond, wie es auf vielen Köpfen zugeht, können Haare auf natürliche Weise gar nicht sein. Auch viele Stars helfen offenkundig immer wieder nach, damit die Haare in Weißblond oder Wasserstoffblond erstrahlen. Denn Blond gilt als besonders attraktiv.

Und spätestens seit Supermodel Agyness Deyn den platinblonden Kurzhaarschnitt auf die Laufstege brachte, kommt der Dauerbrenner unter den Haarfarben sogar im ganz neuen Look daher. Leider will sich der Glamourfaktor beim eigenen Haar nicht immer einstellen - statt Platinblond kommt Pumuckl-Orange heraus, statt Sonnenschein-Gold erscheint nach dem Färben Eidotter-Gelb unter dem Handtuch.

„Natürlich müssen Augenfarbe, die natürliche Haarfarbe und der Teint bei der Wahl des richtigen Tons berücksichtigt werden”, sagt die Friseurin Sandra Kahl aus Hamburg. Grundsätzlich lasse sich sagen, dass blauäugigen, helleren Typen kühle und silbrige Blondnuancen besser stehen, Frauen mit dunklen Augen dagegen die wärmeren Töne. „Am besten also Farbsträhne an die Stirn halten und schauen, was mit den Augen passiert und wie sich das Hautbild verändert”, rät Manjana Dietrich, Farbexpertin und Mitglied des Creative Teams von Schwarzkopf Professional in Hamburg. Um den eigenen Teint zu bestimmen, hilft ein Blick auf die Innenseite des Unterarms.

„Schimmert die Haut dort rosa oder bläulich, sollte man eine kühle Blondnuance wählen”, sagt In-Friseurin Martina Acht aus Offenbach. Als sanften Einstieg zum Erblonden empfehlen die Expertinnen Strähnchen. „Das sieht meist sehr natürlich aus, vor allem wenn man verschiedene Nuancen wählt”, erklärt Acht. Da darf dann auch bei kühlen Typen ein warmer Ton dabei sein. Changierende Blondtöne zauberten dann meist einen Style „wie von der Sonne geküsst - eben ein natürliches Beach-Blond”, sagt Acht. Das werde in diesem Jahr wieder schwer angesagt sein.

Zu empfehlen sei in jedem Fall eine Teststrähne. Damit lässt sich herausfinden, wie der Ton tatsächlich wirkt, sagt Marga Abromeit, Friseurin aus Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen) und Mitglied der Friseur-Vereinigung Intercoiffure - und das, ohne dass ein großes Malheur herauskommt. „Wer sich dann mehrmals Strähnchen hat machen lassen, wird sowieso zunehmend blonder, weil man ja nicht immer die gleichen Strähnchen erwischt”, sagt Brigitte Sager, Schulungsleiterin bei LOreal in Düsseldorf. Beim kompletten Blondieren sollte man sich ihr zufolge „nie zu viel vornehmen”, also maximal drei bis vier Nuancen heller.

Das Maß zu halten, sei aber gar nicht so einfach - vor allem, wenn man es selber macht. Denn oftmals schätzten Frauen ihre eigene Haarfarbe falsch ein. „Wenn man sich das Mittel selbst im Drogeriemarkt kauft, darf man nicht erwarten, dass man danach so aussieht wie die Frau auf der Verpackung. Das kommt meistens nicht hin”, sagt Kahl. „Wie die Farbe wirkt, kommt auch auf die Gesichtsform an. Und die ist meist anders als auf der Packung”, fügt Abromeit hinzu. Wichtig ist außerdem, dass komplettes Blondieren nur auf dem Naturhaar funktioniert: „Ist das Haar schon vorher koloriert, bleibt der Ton auch nach der Blondierung derselbe”, sagt Sager.

Der Gang zum Friseur kann sich also auszahlen. Gute Beratung bedeutet dabei, dass der Kundin verschiedene Karten gezeigt, Strähnchen angehalten und das Für und Wider der einzelnen Nuancen angesprochen werden, zählt Kahl auf. „Am Besten sucht man sich eine blonde Friseurin, die kann sich dann in die Kundin hineinversetzen”, sagt Acht. Gegen die nachwachsenden dunklen Ansätze gibt sie ihren Kundinnen auch schon mal eine Tube Farbe mit. „Dann muss man nicht immer gleich zum Friseur.” Allerdings hat sie ohnehin die Erfahrung gemacht, dass die meisten wiederkommen. „Und die, die es selbst versucht haben, kommen häufig mit dem misslungenen Resultat zu uns”, sagt Abromeit.

Mit dem richtigen Ton allein ist es aber nicht getan. „Gerade zum Platintyp muss die Frisur stimmen, meiner Meinung nach ein sportlicher Kurzhaarschnitt”, sagt Martina Acht. Für alle anderen Schnitte gelte: Spitzen regelmäßig schneiden lassen. Sie leiden am meisten unter der Chemie im Haar. Außerdem laute das Motto für alle künstlichen Blondinen: pflegen, pflegen, pflegen.

Blondiersprays können das Haar angreifen

Eine wenig sanfte Alternative zum Strähnen und Färben sind Blondiersprays. „Das wird meist fleckig und das Zeug wirkt und wirkt und wirkt, weil man es ja nicht auswäscht”, sagt Friseurin Sandra Kahl aus Hamburg. Neben der möglicherweise unerwünschten Farbe könnten außerdem angegriffene Haare die Folge sein.
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