NRW weitet Betreuung für Kleinkinder aus

Von: Sabine Meuter und Martin Teigeler
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Kinderbetreuung
Kinderkrippe oder Au-Pair? Vor- und Nachteile müssen richtig abgewägt werden. Foto: ddp

Düsseldorf. Das Land will die Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren ausbauen. „Mit den jetzt noch einmal zusätzlichen 10.400 Plätzen rückt Nordrhein-Westfalen deutlich weiter vor im bundesweiten Vergleich der Betreuungsangebote für die ganz Kleinen”, sagte Jugendminister Armin Laschet (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf.

Der Minister bestätigte damit einen Bericht der „Rheinischen Post”. Das Landeskabinett soll am Donnerstag (26. Februar) eine Aufstockung des Etats für die Kinderbetreuung beschließen. „Damit werden in diesem Jahr 1,15 Milliarden Euro zur Verfügung stehen”, sagte Laschet. Mit dieser Steigerung versechsfachten sich die Plätze für Kinder unter drei Jahren seit dem Regierungsantritt im Jahr 2005.

Damals habe es in NRW 11.836 Plätze gegeben. Mit dem Kabinettsbeschluss würden noch in diesem Jahr insgesamt 86.000 Plätze zur Verfügung stehen, davon 66.000 in Betreuungseinrichtungen und 20 000 Plätze in der Tagespflege. Die kommunalen Spitzenverbände hätten vor wenigen Monaten einen Zusatzbedarf von 7000 bis 8000 Plätzen kalkuliert, teilte Laschet weiter mit. Mit den zusätzlichen 10.400 Plätzen stelle die Koalition aus CDU und FDP so viele Plätze zur Verfügung, dass der Bedarf der Kommunen für 2009 gedeckt werden könne. FDP-Fraktionsvize Christian Lindner nannte weitere Ziele beim Ausbau der Kinderbetreuung.

„Mit diesem beschleunigten Platzausbau werden wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der auf Initiative der FDP für das Jahr 2010/2011 vorgesehene Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr des Kindes realisiert wird”, sagte der FDP-Landtagsabgeordnete. Die Grünen bezeichneten die neuen Ausbaupläne als Reaktion des Landes auf den Druck der Kommunen. „Offenbar will man mit Positivmeldungen von den internen Schwierigkeiten ablenken.

Dazu nimmt man einen Schlingerkurs in Kauf: Erst vor 14 Tagen wurden die niedrigen Platzzahlen mit dem Haushalt 2009 beschlossen”, sagte die Grünen-Familienpolitikerin Andrea Asch. Bei landesweit 450.000 Kindern unter drei Jahren bedeuteten 66.000 Plätze einen Versorgungsgrad von 14,7 Prozent, sagte Asch.

Damit fehlten noch immer 24.000 Plätze zur Einhaltung des Bundesrechts von 20 Prozent in 2010. „NRW dürfte damit im Ländervergleich auf einem der Abstiegsplätze bleiben”, rügte die Grünen-Politikerin. Ob die höheren Platzzahlen auch wirklich umgesetzt werden können, sei außerdem noch fraglich. In den meisten Städten seien die Planungen für das Kindergartenjahr 2009/2010 bereits abgeschlossen, denn die Frist zur Abgabe der Planungen laufe am 15. März ab, sagte Asch.
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