Nebenjobs für Schüler: Kellnern ist ab 16 erlaubt

Von: Philipp Laage, dpa
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Ein Blick aufs Schwarze Brett kann sich lohnen. Die meisten Nebenjobs werden aber über persönliche Kontakte vermittelt. Foto: dpa

Berlin/Düsseldorf. Als Schüler ist das Portemonnaie eigentlich nie so voll, wie es sein sollte. Deshalb nutzen viele Freizeit und Ferien, um das Taschengeld aufzubessern.

Die einen sparen für ein Moped, das pünktlich zum Führerschein vor der Tür stehen soll. Andere möchten sich einfach nicht jeden Kinobesuch zweimal überlegen müssen. Egal ob Zeitungsausträger nach der Schule oder Produktionshelfer in den Ferien - die meisten Schüler nutzen persönliche Kontakte, um an einen Job zu kommen.

Doch es gibt noch viele andere Möglichkeiten. In den Arbeitsagenturen gibt es eine Jobvermittlung, bei der man nachfragen und sich registrieren lassen kann, sagt Anja Huth von der Bundesagentur für Arbeit in Berlin. „Schüler sollten aber auch direkt auf die Unternehmen zugehen.” Darüber hinaus gebe es Online-Börsen, die Schülerjobs vermitteln.

Ein solches Portal ist zum Beispiel http://www.schuelerjobs.de, das von Dynamo Deutschland in Düsseldorf betrieben wird. Es ist derzeit das einzige Portal dieser Art in Deutschland, das sich ausschließlich an Schüler richtet. „Die Schüler können selbst ein Bewerbungsprofil mit Lebenslauf anlegen und erhalten dann auch einen aktuellen Jobletter, in dem neue Angebote gelistet sind”, erklärt der Geschäftsführer Sascha Ropertz. Auch er ist aber der Meinung, dass die meisten Neben- oder Ferienjobs über persönliche Kontakte und Empfehlungen vergeben werden. Es lohne sich auf jeden Fall, bei Bekannten und in der Familie die Ohren offen zu halten.

Der Klassiker für einen Nebenjob während der Schule sei immer noch das Zeitungenaustragen, sagt Ropertz. Danach folgten Tätigkeiten im Haushalt. Wer mindestens 16 Jahre alt ist, darf auch als Kellner in der Kneipe jobben. „Da gibt es teilweise gutes Trinkgeld.” Sehr beliebt seien außerdem reine Internetjobs, bei denen Schüler im Netz recherchieren müssen. „Das ist zwar oft reine Fleißarbeit, wird aber schon Jugendlichen ab 14 Jahren zugetraut.” Der große Vorteil: Man kann von zu Hause aus arbeiten.

Ältere Schüler, die einen Ferienjob suchen, entschieden sich häufig für Aushilfstätigkeiten in einer Fabrik, die meist über vier bis fünf Wochen laufen, erzählt Ropertz. „Wer Glück oder Beziehungen hat, darf auch in der Verwaltung mitarbeiten. Das ist meist besser bezahlt.” Ab der Oberstufe könnten sich Schüler in dem Berufsfeld umsehen, das sie für die Zukunft interessiert. Gutes Geld gibt es auch als Messe-Hostess. Dafür müssen Schülerinnen aber mindestens 18 Jahre sein. Hier wird häufig über Gewerbeschein abgerechnet: „Eine solche Arbeit ist vielleicht eher als Student interessant.”

Grundsätzlich dürften sich Schüler ab 15 Jahren einen Ferienjob suchen, erklärt Huth. Dieser Job ist auf maximal vier Wochen im Jahr begrenzt. „Insgesamt darf nur an 20 Ferienjobtagen gearbeitet werden.” Unter-18-Jährige dürfen maximal acht Stunden am Tag beziehungsweise 40 Stunden pro Woche arbeiten. Zur Nachtzeit zwischen 20 und 6 Uhr ist keine Beschäftigung erlaubt - mit Ausnahme von Branchen wie Gaststätten oder Bäckereien. „Ganzjährig zugelassen sind bestimmte Freizeitjobs für Schüler ab 13 Jahren, zum Beispiel zwei Stunden täglich Zeitungen austragen oder Babysitten.”

Einschränkungen ergeben sich darüber hinaus durch die Anwesenheitspflicht in der Schule, sagt Huth. Je mehr sich Ganztagsschulen durchsetzen, desto stärker konzentriere sich das Arbeiten auf die Ferienzeiten, erklärt Andreas Engel von der Erziehungsberatungsstelle in Hof. „Unserer Wahrnehmung nach fallen viele einfache Jobs weg, die früher von Schülern übernommen wurden, oder werden anders besetzt.”

Die meisten wollten mit einem Job Geld verdienen, um sich etwas Bestimmtes anzuschaffen oder um etwas auf der hohen Kante zu haben, sagt Engel. Auf der anderen Seite spiele auch die Eigenständigkeit eine Rolle. „Es macht viele Schüler einfach stolz, zum ersten Mal eigenes Geld zu bekommen.”

Auch für Nebenjob ordentlich bewerben

Viele Nebenjobs laufen über direkte Kontakte. Trotzdem sollte man bei der Bewerbung nicht zu lässig auftreten, rät Sascha Ropertz, Betreiber des Portals schuelerjobs.de. Viele denken: Da es sich nur um einen Ferienjob handelt, könne man recht formlos sein. „Wir empfehlen aber, trotzdem seriös zu sein und sich ordentlich zu bewerben.”
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