Nürnberg - Mit Erinnerungen den Abschied von verstorbenen Freunden gestalten

Mit Erinnerungen den Abschied von verstorbenen Freunden gestalten

Von: dapd
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Nürnberg. Alte Menschen müssen häufig den Tod guter Freunde verkraften. „Für viele Senioren ist diese Erfahrung besonders schwer”, weiß Corinne Reichhart von der Psychosomatischen Tagesklinik für Ältere in Nürnberg.

Durch den Tod Gleichaltriger werde einem die Endlichkeit des eigenen Lebens immer wieder vor Augen geführt. „Vor allem für die, die sich mit dem Sterben noch nicht auseinandergesetzt haben, ist dieser Gedanke sehr schmerzhaft”, sagt die Diplom-Psychologin.

Um den Abschied von den Menschen, die einen durchs Leben begleitet haben, zu gestalten, sei das Erinnern sehr wichtig. Eine schöne Möglichkeit sei daher, sich mit anderen Freunden oder auch mit den Angehörigen des Verstorbenen über die gemeinsame Vergangenheit auszutauschen. „Man kann auch gemeinsame Erlebnisse aufschreiben, die dann beispielsweise beim Beisammensein nach der Beerdigung vorgelesen werden können”, schlägt Reichhart vor. Auch in dem Kondolenzschreiben an die Familie könne man solche Erinnerungen noch einmal Revue passieren lassen. „Solche Berichte aus vergangenen Tagen sind auch für die Hinterbliebenen sehr wichtig”, betont die Expertin.

Wichtig sei allerdings, dass man sich nicht überfordere. Viele Senioren hätten Probleme damit, die Beerdigung eines Gleichaltrigen zu besuchen, aber fühlten sich aus gesellschaftlichen Gründen dazu verpflichtet. „Wenn man fürchtet, dass einen dieses Erlebnis zu sehr berührt und man es nicht verkraften kann, sollte man sich gut überlegen, ob man daran teilnehmen möchte”, betont Reichhart.

Durch zunehmende Todesfälle im Bekanntenkreis fielen für viele Senioren auch die sozialen Kontakte weg. „Diese Menschen haben einen ein Leben lang begleitet, man hat viel gemeinsam erlebt”, sagt Reichhart. Mit neuen Bekannten könne man solche Erinnerungen zwar nicht mehr teilen, aber man könne andere Gemeinsamkeiten finden. Es sei wichtig, sich um neue Kontakte zu bemühen. „In den meisten Städten gibt es sehr viele Angebote für Ältere, bei denen man neue Leute kennenlernen kann”, sagt die Diplom-Psychologin.
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