Köln - Medienfachmann: „Erwachsen auf Probe” verletzt nicht Kinder-Würde

Medienfachmann: „Erwachsen auf Probe” verletzt nicht Kinder-Würde

Von: dpa
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Köln. Die RTL-Dokuserie „Erwachsen auf Probe” verletzt nach Meinung des Geschäftsführers des Marler Adolf-Grimme-Instituts, Uwe Kammann, nicht die Würde der Kinder. Die Sendung sei sehr eng begleitet worden, die Eltern seien in der Regel immer in der Nähe gewesen, sagte der Medienexperte am Donnerstag in Köln.

In der am Mittwoch erstmals ausgestrahlten Auftaktsendung von „Erwachsen auf Probe” habe man vor allem junge Menschen gesehen „auf der sehr schwierigen Suche nach sich selbst”. In seinen Augen habe die Versuchsanordnung durchaus interessante Seiten gehabt, sagte Kamman. „Es gibt schon Momente, wo man berührt ist, wenn man sieht, wie acht junge Leute versuchen, Familienalltag zu organisieren, überhaupt ihre eigenen Beziehungen in Ordnung zubringen.”

Die protestierenden Familien- und Therapeuten-Verbände wüssten offenbar „wenig von den Gesetzlichkeiten des Fernsehens, von der Inszenierung und den Begleitumständen”, sagte der Medienexperte. Es sei nicht so gewesen, dass Kinder für einige Tage in die Obhut von Fremden gegeben worden seien. Das sei auch „falsche Aufregung” mit im Spiel gewesen. „Man muss nur fragen, ob es grundsätzlich richtig ist, Kinder in diese Medienwelt so früh hineinzugeben”, sagte er. Die Debatte über das von der britischen BBC übernommene Sendeformat sei in Deutschland sehr viel schärfer und härter gewesen als in England.

Natürlich sei die Veranstaltung selber eine Medienveranstaltung, erläuterte Kammann. Heutzutage gelte es als größtes Gut, Medienaufmerksamkeit zu haben. „Das ist natürlich eine große Täuschung, weil es ja oft eher negativ ausgeht.” In Sendungen wie „Frauentausch”, „Rach, der Restauranttester” oder „Mitten im Leben” wüssten „viele nicht, worauf sie sich tatsächlich einlassen”.

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