Berlin - Manchmal muss es einfach das Plastik-Pony sein: Die Macht des Spielzeugs wird häufig überbewertet

Manchmal muss es einfach das Plastik-Pony sein: Die Macht des Spielzeugs wird häufig überbewertet

Von: dapd
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Spielzeug Familie
Manche Eltern zweifeln am ästhetischen Gespür ihres Nachwuchses: Statt formschöner Holzautos und niedlicher Stofftiere wünschen sich die Kleinen muskelbepackte Actionfiguren, glitzernde Plastik-Ponys oder grell geschminkte Puppen. Foto: dpa

Berlin. Manche Eltern zweifeln am ästhetischen Gespür ihres Nachwuchses: Statt formschöner Holzautos und niedlicher Stofftiere wünschen sich die Kleinen muskelbepackte Actionfiguren, glitzernde Plastik-Ponys oder grell geschminkte Puppen.

„Wenn Eltern ein Spielzeug ablehnen, sollten sie sich erst einmal genau überlegen, was sie daran stört”, sagt Matthias Müller-Guth vom SOS-Familienzentrum Berlin. Habe man gute Gründe für seine Aversion - etwa, weil ein Spielzeug gesundheitsschädlich ist oder gewaltverherrlichend - sollte man auf seinem Standpunkt bestehen. Allerdings sei es wichtig, dass man dem Kind seine Entscheidung dann auch erläutere.

„Manchmal müssen sich Eltern bei diesem Thema aber auch ein bisschen bremsen”, findet der Erziehungsberater. Der Einfluss des Spielzeugs werde häufig überbewertet. „Das Frauenbild, das ein Kind entwickelt, hat beispielsweise viel mehr mit seinem sozialen Umfeld als mit seinen Puppen zu tun”, sagt Müller-Guth. Auch die kindliche Geschmacksentwicklung werde von verschiedensten Faktoren geprägt - etwa vom Wohnstil der Eltern. „Wenn das ästhetische Umfeld ansonsten okay ist, darf es also durchaus mal Ausreißer geben”, sagt der Psychologe.

Zudem sollten Eltern im Blick behalten, weshalb das Kind sich ein bestimmtes Spielzeug so sehnlich wünscht. Liegt es daran, dass die anderen Kinder das auch haben oder weil es dafür von anderen bewundert werden will? „Es ist wichtig, dass Kinder auch so sein dürfen wie die anderen”, gibt Müller-Guth zu bedenken. Man sollte daher darauf achten, dass man die Kleinen nicht ausgrenzt.

Manchmal sei es also angebracht, über seinen Schatten zu springen und kindliche Herzenswünsche zu erfüllen - auch wenn man nicht begeistert davon ist. Oft lege sich das Interesse für bestimmte Spielsachen schnell von selbst wieder - und das rosarote Prinzessinnenschloss aus Plastik verstaubt in einer Ecke des Kinderzimmers.
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