Männer sind seltener zu Karriereopfern bereit als Frauen

Von: dpa
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München. Männer sind immer noch seltener zu Karriereopfern bereit als Frauen. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Beraterfirma Bain & Company in München, an der weltweit mehr als 1800 Beschäftigte teilgenommen haben.

Frauen gaben dabei doppelt so häufig wie Männer an, ihrem Partner zuliebe einen Karriereknick (36 zu 19 Prozent) oder eine berufliche Auszeit (26 zu 14 Prozent) in Kauf genommen zu haben. Die weiblichen Befragten haben außerdem dreimal so oft wie die männlichen Mitarbeiter aus Rücksicht auf den Partner eine Teilzeitarbeit angenommen (30 zu 10 Prozent).

Die Ergebnisse betreffen vor allem Beschäftigte, die schon ein gutes Stück auf der Karriereleiter nach oben geklettert sind: Die Mehrheit der Befragten waren Führungskräfte.

Selbsteinschätzung und Wahrnehmung des Partners gehen außerdem weit auseinander: Nach eigener Aussage der Beschäftigten ist die Bereitschaft beider Geschlechter fast gleich hoch, im Beruf für den Partner zurückzustecken (53 Prozent bei Männern und 59 Prozent bei Frauen). Über ihren Partner sagen das aber 77 Prozent der Männer und nur 45 Prozent der Frauen.

Auch generell scheint die Gleichberechtigung in den Köpfen vieler Beschäftigter noch nicht wirklich angekommen zu sein. Rund 90 Prozent aller Befragten geben zwar an, dass sowohl der Mann als auch die Frau der Hauptverdiener eines Haushalts sein können. Während 80 Prozent der Frauen aber glauben, dass beide Partner die Kindererziehung übernehmen könnten, stimmen dem nur 56 Prozent der Männer zu.

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