Liebesfrust: Wenn die Eltern Vorrang haben

Von: dpa
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Ärger in der Partnerschaft
Gerade junge Paare streiten sich schnell, wenn einer der Partner mehr an seiner Familie klammert, als dem anderen lieb ist. Foto: Bodo Marks

Essen. Gerade junge Paare streiten sich schnell, wenn einer der Partner mehr an seiner Familie klammert, als dem anderen lieb ist. „Das ist durchaus ein Problem”, sagt Rüdiger Wacker, Paartherapeut in Essen.

„Es gibt in diesem Fall einfach einen Loyalitätskonflikt.” Fühlt sich der eine seiner Familie mehr verpflichtet als dem Partner, wird der dafür wenig Verständnis haben. Wer allzu schnell der Einladung der Eltern zum Sonntagskaffee, zum gemeinsamen Ausflug oder zum Grillen zusagt, stößt dem anderen deshalb fast unweigerlich vor den Kopf. Besonders am Anfang einer Beziehung könne das zur ernsthaften Belastung werden.

Rechtzeitig darüber zu reden, kann das verhindern. Vorwürfe sind aber genau das Falsche. Besser sei ohnehin, über die eigenen Gefühle zu sprechen, sagt Wacker. „Also zum Beispiel zu sagen Ich fühle mich vernachlässigt oder Ich habe das Gefühl, ich stehe für dich an zweiter Stelle” Andererseits sollte derjenige, der lieber mehr als weniger zusammen mit den Eltern unternehmen würde, die eigenen Motive dafür kritisch hinterfragen: „Will ich das wirklich oder traue ich mich nur nicht, Nein zu sagen?” Angst vor den Vorwürfen der Eltern sei gar nicht selten.

Oft gebe es auch unterschwelligen Druck von deren Seite: „Ihr kommt doch zu unserem Gartenfest?” sei dann nicht als Frage, sondern als Anordnung gemeint. Dem müssen sich die Partner gemeinsam stellen. „So ein Konflikt kann auch eine Befreiung von elterlicher Bevormundung sein”, sagt Wacker. Im Idealfall stärkt diese Erfahrung die Beziehung sogar.

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