Braunschweig - Kurzes Pauken bringt wenig: Tipps für erfolgreiches Lernen

Kurzes Pauken bringt wenig: Tipps für erfolgreiches Lernen

Von: dpa
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Um effektiv lernen zu können, sollte man herausfinden, wie es einem am leichtesten fällt. Manche lernen zum Beispiel mit Freunden besser als alleine. Foto: dpa

Braunschweig. Steht die Geschichtsklausur an, hilft stures Auswendiglernen von Zahlen nicht weiter. Leichter fällt es, wenn man weiß, in welcher Umgebung und mit welchen Mitteln man sich Dinge gut merken kann. So kann der Stoff besser verinnerlicht werden.

Alle paar Wochen dasselbe Theater: Die nächste Schularbeit steht an - da ist kurz vorher Büffeln bis spät in die Nacht angesagt. Schließlich müssen die englischen Vokabeln gepaukt, die Geschichtsdaten auswendig und die Matheaufgaben verstanden werden. Doch kurzfristiges Lernen wenige Tage vor den Prüfungen bringt meist wenig, denn das Wissen bleibt damit oft nicht lange in Erinnerung, sondern ist bald schon wieder verschwunden. Wer dagegen weniger Stress vor Klausuren haben und auch danach noch was von dem Stoff behalten will, sollte daher regelmäßig lernen.

„Lernen kann jeder”, erklärt der Lernexperte Prof. Martin Korte von der Technischen Universität Braunschweig. „Wenn man das Lernen allerdings mit negativen Dingen verbindet, lernt man schlechter.” Wer sich also tierisch ärgert, dass er überhaupt für die blöde Klausur lernen muss, wird nicht so gut lernen können. „Besser ist, sich klarzuwerden, warum man den bestimmten Stoff lernen möchte, also was die eigene Motivation ist”, sagt Korte. Denn wenn man den Sinn in etwas sieht, fällt auch das Lernen leichter.

Albrecht Kresse, Lerntrainer aus Berlin, ergänzt: „Das ist wie mit einem Hobby, das man hat - da lernt man oft in kurzer Zeit ziemlich viel Neues dazu, weil es einem Spaß macht.” Wichtig sei daher, sich zu fragen: „Wie krieg ich es hin, dass ich das Fach mag?” Vor dem eigentlichen Lernen sollte man damit sein Lernziel festlegen. Zum Beispiel: „Ich möchte die englischen Vokabeln lernen, um bei Facebook besser mit meinen ausländischen Freunden kommunizieren zu können” oder „Wenn ich in Mathe den Dreisatz kann, verstehe ich vielleicht auch im Alltag meine Telefonrechnung oder Diskussionen über Steuererhöhungen besser.”

Wichtig sei auch zu erkennen, wie man am besten lernt. „Man sollte sich fragen Was für ein Lerntyp bin ich?”, rät Kresse, der mehrere Bücher zum Thema verfasst hat. Denn während die einen gerne - und gut - mit Freunden lernen, brauchen andere die Ruhe in einer Bibliothek oder müssen in einem gemütlichen Sessel im eigenen Zimmer sitzen. „Es ist wichtig, dass man mit dem Ort nichts Schlechtes verbindet, sondern gut dort lernen kann. Dann ist es keine reine Pflichterfüllung.”

Außerdem gibt es mehrere Kniffe, wie man sich Dinge besonders gut merken kann. „Das effektivste und zeitsparendste Lernen ist das kontinuierliche Lernen”, berichtet Korte. Wer regelmäßig 30 bis 45 Minuten für ein Fach lerne, müsse das Gelernte vor den Prüfungen meist nur wiederholen und verinnerlichen.

Dabei könnten zum Beispiel Stundenprotokolle helfen. „Stundenprotokolle sind wichtige Informationsquellen”, erklärt der Studienkreis in Bochum. Sie dienen der Sicherung wichtiger Ergebnisse des Unterrichts. Das bedeutet: Der Verlauf und die Ergebnisse der Stunde werden kurz zusammengefasst. So hat man das Wichtigste übersichtlich aufgeschrieben.

Eine andere Variante sind sogenannte Mind Maps, was so viel heißt wie „Gedankenkarte”. „Dabei schreibt man in die Mitte eines Blattes Papier die zentrale Aussage eines Themas, zum Beispiel Die Ursache des Krieges”, erklärt Korte. Dann schreibe man sternförmig und in Stichpunkten auf, welche Ereignisse oder Inhalte damit zusammenhängen. „Damit bekommt man eine gute Übersicht über die wichtigsten Aspekte eines Themas und kann sie besser behalten.”

Vor mündlichen Prüfungen haben viele Jugendliche besonders großen Respekt, weil sie während der Schulzeit nicht so häufig vorkommen. Das muss aber nicht sein, findet Lerntrainer Kresse. „Es ist wichtig, die Situation der Prüfung vorher zu simulieren.” Gut wäre zum Beispiel, Lerngruppen zu bilden, um sich gegenseitig zu prüfen. „In einer Gruppe zu lernen macht oft auch Spaß - und mit Spaß geht es leichter und die Prüfung verliert ihren Schrecken.”

Eine weitere Möglichkeit sei, die Prüfung schon mal vor dem inneren Auge zu visualisieren. „Vielleicht kann man vorher in den Raum gehen, wo die Prüfung stattfinden wird”, sagt Kresse. „Dann könnte man sich vorstellen, wie die Prüfung dort gut verläuft. Das hinterlässt ein gutes Gefühl.”

Spickzettel machen

Auch Spickzettel sollten zur Vorbereitung auf eine Klausur dazugehören - aber nicht zum Schummeln in der Prüfung benutzt werden, sagt der Lerntrainer Albrecht Kresse. „Spickzettel haben den Sinn, dass man den Stoff verdichtet und sich zentrale Aussagen gut merkt.” Den Effekt würde man meist schnell erkennen: „Wer sich einen Spickzettel schreibt, hat mit den Dingen, die dort stehen, oft keine Probleme, sondern kann sich bestens an sie erinnern.”

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