Konzertticket oder Goldkette: Geschenke zu Konfirmation und Kommunion

Von: Bettina Levecke, dpa
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Das richtige Geschenk zur Kommunion oder Konfirmation zu finden, ist nicht einfach. Doch es lohnt sich, sich ein paar Gedanken zu machen. Geldgeschenke sind nämlich sehr unpersönlich. Foto: dpa

München/Freiburg. Die Konfirmation oder Kommunion ist ein ganz besonderes Fest. Ob Familie, Freunde oder Nachbarn: Wer das Kind kennt, möchte mit einem Geschenk seine Freude mitteilen. Doch was ist passend? Ein goldener Füller, ein silbernes Armband, ein Gesangbuch oder doch lieber ein mit Geld gefüllter Umschlag?

Das hängt davon ab, ob man etwas Bleibendes schenken möchte. Früher war es einfach: Die Konfirmation galt als Schritt in die Erwachsenenwelt. Mit 14 oder 15 Jahren standen junge Männer und Frauen kurz vor der Berufsaufnahme. Heirat und Familiengründung rückten in absehbare Nähe.

Und so gab es Handtücher, Bettwäsche, Besteck und Porzellan für die Aussteuer. „Das ist so gut wie vorbei”, sagt Johannes Minkus vom Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit Sitz in München.

Auf der Wunschliste der Jugendlichen stehe häufig Geld ganz oben. „Geld ist immer wichtig, vor allem um größere Wünsche verwirklichen zu können”, sagt Minkus. Doch wie viel ist passend? Elisabeth Bonneau, Stilexpertin aus Freiburg, erklärt: „Wie hoch der Geldbetrag ist, hängt davon ab, wie nah man dem Jugendlichen steht.” Bei Nachbarn seien in der Regel 10 bis 20 Euro ausreichend, außer man ist zur Feier eingeladen. „Dann sollte das Geschenk doch etwas höher ausfallen.” Generell gilt: „Überlegen Sie, was Sie sonst zu Geburtstagen schenken und verdoppeln Sie diesen Betrag.”

Auch wenn es am einfachsten ist: „Geld ist nur das zweitbeste Geschenk”, sagt Minkus. Viel schöner und passender zu diesem Lebensereignis seien persönliche Geschenke: „Überlegen Sie sich, was dem Kind wirklich gefallen könnte.”

Eltern dürfen sich bei der Geschenke-Frage entspannt zurücklehnen. „Nach den hohen Kosten für Kleidung und Feier müssen Eltern sich nicht noch mehr verausgaben”, findet Minkus. Großeltern und Paten können mit besonderen Gutscheinen punkten. Eine Städtereise mit Oma und Opa in eine Metropole freier Wahl bleibt für immer in Erinnerung. „Oder Sie kaufen ein Instrument und legen den Gutschein für fünf Unterrichtsstunden dazu.”

Eine Dauerkarte für die Lieblings-Bundesligamannschaft macht Fußball-Fans glücklich, ein Ticket fürs nächste Konzert der Lieblingsband Musik-Fans. „Solche Geschenke sorgen nicht nur für lebenslange Erinnerungen, sondern stärken auch die Beziehungen”, sagt Minkus.

Kreative Ideen kommen auch bei der Kommunion gut an: „Es ist zwar nicht leicht, die richtige Idee zu bekommen, aber der Einsatz lohnt sich”, sagt Annegret Pietron-Menges, Ratgeberautorin aus Münster. „Die Kommunion ist ein wichtiges Ereignis, dass nicht von einer unpersönlichen Geschenkeflut überschattet werden sollte.”

Statt Fahrrad, Computer oder Skateboard sollten Familie und Freunde den 8- bis 9-Jährigen besser etwas schenken, das Symbolkraft hat. „Eine einzigartige Erinnerung ist ein Lebensgeschichtenbuch”, sagt Pietron-Menges. In ein schönes Buch mit Leerseiten dürfen Verwandte und Freunde Geschichten vom Kind reinschreiben. „Gemeinsame Erlebnisse, Fotos und Wünsche für die Zukunft finden hier Platz.”

Ein schöner Rucksack, bepackt mit kleinen Wegbegleitern, unterstreicht symbolisch den Schritt in einen neuen Lebensabschnitt: „Eine Taschenlampe spendet Licht in dunklen Tagen, Süßigkeiten nehmen die Bitterkeit, wenn das Leben mal anders verläuft, als man es gehofft hat”, sagt die Autorin - Ideen, die zeigen, dass Geschenke von Herzen kommen und die Bedeutung des Tages unterstreichen.

Auch Klassiker kommen infrage: „Allerdings sollte der Kauf eines Gesangbuchs oder von Schmuck im Vorfeld mit den Eltern abgeklärt sein, damit Dinge nicht mehrfach geschenkt werden”, rät Johannes Minkus. Für die Auswahl eines exquisiten Füllfederhalters oder einer wertvollen Uhr ist es ratsam, das Kommunions- oder Konfirmationskind mitzunehmen. „Es steht nirgendwo in Stein gemeißelt, dass Geschenke immer eine Überraschung sein müssen”, sagt Elisabeth Bonneau. Der gemeinsame Einkauf könne sicherstellen, dass das Geschenk wirklich Freude bereitet.

Geld bleibt selten in Erinnerung

Es ist zwar einfach und bequem, Geld zu schenken. Wer aber lediglich 50 Euro in einen Umschlag steckt, muss damit rechnen, dass dieses Geschenk nicht in Erinnerung bleibt. Anders verhält es sich mit persönlichen Geschenken. „Ein schöner Kettenanhänger oder Ring mit Gravur des Kommunionsdatums bleibt für immer”, sagt Annegret Pietron-Menges, Ratgeberautorin aus Münster. „Ein Lesezeichen aus Silber mit dem Namen des Kindes oder einem schönen Glaubensspruch ist die ideale Ergänzung für ein Buchgeschenk.”

Eltern, Großeltern oder Paten machen dem Kind mit Zeitgutscheinen eine Freude: „Verschenken Sie einen Spieleabend, einen Ausflug, einen Abenteuer-Trip durch Feld und Flur”, rät Pietron-Menges.
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