Kleinst- und Großbetriebe am familienfreundlichsten

Von: dpa
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Düsseldorf. Familie und Beruf sind am besten in besonders kleinen Betrieben oder in Großunternehmen zu vereinbaren.

Das geht aus einer repräsentativen Arbeitnehmerbefragung für das nordrhein-westfälische Familienministerium hervor. In Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigten gebe es besonders viele individuelle Lösungen, berichtete NRW-Familienministerin Ute Schäfer (SPD) am Dienstag in Düsseldorf.

Dafür halten Großunternehmen mit Betriebskindergärten, Heimarbeitsplätzen und großzügigen Freistellungen die beste Infrastruktur und geregelte Angebote vor.

Für viele Mütter und Frauen, die Angehörige pflegen, bleibt aber Teilzeit der einzige Ausweg. Für die meisten Männer ist dies hingegen keine Option. Während fast alle befragten Männer Vollzeit arbeiten, gilt dies nur für jede zweite Frau.

„Dauerhafte Teilzeit ist für viele Frauen keine wirkliche Chance, sondern eine Sackgasse, die in Karriereknick und Altersarmut münden kann”, warnte Schäfer. Immerhin bieten fast alle Großbetriebe Teilzeit an.

Insgesamt halten nur 46 Prozent der Befragten die Unternehmen in NRW für besonders familienbewusst, wenngleich die meisten von ihnen Verbesserungen in den vergangenen Jahren konstatieren. Betriebskindergärten, vom Unternehmen gebuchte Belegplätze oder organisierte Notfallbetreuung für kranke Kinder sind aber noch Mangelware.

Dabei sei viel mehr möglich, um familiär gebundene Fachkräfte zu unterstützen und dabei gleichzeitig Fehlzeiten zu reduzieren, betonte Schäfer. Besonderen Nachholbedarf gebe es bei der Ferienbetreuung und der Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistungen. Hier engagieren sich der Studie zufolge im Durchschnitt erst 13 bis 16 Prozent der Firmen.

„Vieles ist einfach umsetzbar”, sagte Schäfer. Vom Kantinenessen, das auch für zuhause eingekauft werden kann, bis zum betriebsnahen Wäschedienst oder Einkaufsservice, der kurz vor Dienstschluss die Lebensmittel an den Arbeitsplatz bringt.

Mit der repräsentativen Studie sind nach Angaben der Ministerin erstmals in einem Bundesland 1000 Beschäftigte selbst zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu Wort gekommen. Gefragt hat im vergangenen August und September das Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik der Universität Münster.

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