Kinder sollten gestohlene Dinge persönlich zurückgegeben

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:

Mainz. Manchmal erfüllen sich Kinder ihre Wünsche einfach selbst. Den Glitzer-Stift, das Feuerwehrauto oder den Schokoriegel stecken sie dann einfach ein - ohne sie zu bezahlen.

„Es kommt vor, dass Kinder im Grundschulalter eine Zeit lang Dinge klauen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass etwas in ihrer Entwicklung grundlegend schief läuft”, sagt Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Oft sei das lediglich eine Phase, die auch wieder vorbeigehe.

Wichtig ist, dass Eltern nach den Gründen dafür forschen, dass ihr Kind stiehlt. „Manche Kinder reizt das Abenteuer, etwas Verbotenes zu tun. Andere klauen in der Gruppe, weil sie dazugehören wollen. Und manche stehlen einfach deshalb, weil sie etwas unbedingt haben wollen”, erklärt Gerth.

Er rät Eltern, auf das Fehlverhalten auf jeden Fall Konsequenzen folgen zu lassen. Dabei sollte man jedoch immer wertschätzend mit dem Kind umgehen. „Es ist falsch, das Kind zu schimpfen - dadurch fühlt es sich nur in die Ecke gedrängt und lernt überhaupt nichts”, betont Gerth.

Besser sei es, gemeinsam mit dem Kind zu überlegen, wie es seine Tat wiedergutmachen könne. „Beispielsweise könnten die Eltern mit ihrem Kind das Geschäft aufsuchen, aus dem es gestohlen hat, so dass es das Diebesgut zurückbringen kann”, sagt Gerth. Die unangenehme Situation, die bei der Konfrontation mit den Bestohlenen entstünde, sei oft schon heilsam genug.

Hat das Kind die Eltern selbst beklaut, sollte man es ernst ermahnen. „Manchmal ist es notwendig, dass die Eltern eine Zeit lang genau kontrollieren, ob beispielsweise Geld aus ihrem Portemonnaie fehlt, und jedes Mal sofort darauf reagieren”, sagt Gerth. Außerdem sollte man Geld nicht offen herumliegen lassen, um keine unnötige Versuchungssituation herbeizuführen.

Der Erziehungsexperte empfiehlt Eltern außerdem, Kindern früh beizubringen, dass man sich nicht alle Wünsche sofort erfüllen kann. „Dinge, die das Kind haben möchte, sollte man nicht immer sofort kaufen. So lernt es, dass man es aushalten kann, auf etwas zu warten”, sagt Gerth.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert