Mainz - Kinder sind von Natur aus hilfsbereit

Kinder sind von Natur aus hilfsbereit

Von: ddp
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Mainz. Wenn ein Kind auf dem Spielplatz stürzt und anfängt zu weinen, bildet sich meist schnell eine kleiner Traube anderer Kinder um den Unglücklichen.

„Hilfe ist eine natürliche Reaktion des Kindes, wenn es sieht, dass jemand - insbesondere ein anderes Kind - leidet”, erläutert Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Allerdings könne diese Reaktion auch verloren gehen, wenn sie nicht konsequent gefördert wird.

Gerth empfiehlt Eltern, die angebotene Hilfe ihrer Kleinen beim Kochen oder Wäsche aufhängen anzunehmen - auch wenn manche Tätigkeiten dadurch vielleicht zunächst etwas länger dauern.

„Es ist wichtig, Kinder im Anschluss zu loben und ihnen zu sagen, dass sie toll mitgeholfen haben”, sagt der Diplom-Psychologe aus Mainz. So merken die Kleinen, dass ihr Ansinnen, anderen zu helfen, auch honoriert wird.

Dass Kinder Spielkameraden in misslichen Lagen helfen, könne durchaus schon ab einem Alter von vier bis fünf Jahren erwartet werden, sagt Gerth. In den meisten Fällen unterbrächen sie ihr Spiel und guckten, was passiert ist.

Manchmal seien Kinder jedoch so in ihr Spiel versunken, dass sie gar nicht mitbekommen, was um sie herum geschieht. Sollte das Kind jedoch nie auf Hilferufe anderer reagieren, kommt es möglicherweise im Alltag zu kurz und hat deshalb gelernt, nur auf sich selbst zu schauen, weiß Gerth.

In beiden Fälle gelte jedoch, dass sich Hilfsbereitschaft nicht durch Sanktionen erzwingen lasse. Anstatt auf dem Spielplatz mit den Kindern zu schimpfen, die angesichts eines Malheurs nicht gleich zu Hilfe geeilt sind, sei es effektiver vor den anderen Kindern diejenigen zu loben, die sich sozial verhalten haben, sagt der Psychologe.

Manchmal reiche schon ein Satz wie „Toll, dass du geholfen hast”, um andere Kinder zu motivieren, sich beim nächsten Mal ebenso zu verhalten.
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