Kinder gegen Grippe impfen lassen

Von: dpa
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Köln. Kinder sollten durch eine Impfung vor einer saisonalen Virusgrippe geschützt sein. Das empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln.

Kinder seien neben älteren Menschen besonders gefährdet. „Durch das noch nicht ausgereifte Immunsystem der Kinder kann eine Influenza-Infektion bei ihnen gefährliche Komplikationen wie zusätzliche bakterielle Infektionen verursachen”, erläutert die BVKJ-Impfexpertin Ursel Lindlbauer-Eisenach. Sie ist Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut.

In den USA gelte deshalb die Empfehlung, dass Kinder ab sechs Monaten bis zu 18 Jahren gegen Grippe geimpft sein sollten. „Kindertagesstätten und Schulen sind bedeutende Infektionsherde bei Grippewellen”, warnt sie. Menschenansammlungen beschleunigen die Verbreitung von Krankheiten, der enge Körperkontakt unter Kindern verstärkt diesen Effekt.

Dies bestätigt der Expertin zufolge unter anderem eine japanische Studie. Demnach ist es wirksamer, Kinder gegen Grippe durchzuimpfen als Schulen zu schließen, um die Grippeviren einzudämmen. Englische Forscher gehen laut Lindlbauer-Eisenach sogar davon aus, dass die routinemäßige Grippeimpfung von Kindern ab sechs Monaten bis zum Alter von 16 Jahren längerfristig zu einem Rückgang der Grippefälle um bis zu 96 Prozenten führen könnte.

Zudem breiten sich Grippeviren in jedem Winter besonders stark bei den jüngeren Altersgruppen aus. Es kann sogar zu Todesfällen kommen, warnt die Expertin. So verstarben 2007 in Deutschland zwei Kinder unter fünf Jahren an den Folgen einer Influenza. Für die Saison 2008/2009 liegen noch keine Daten vor. Die Stiko rate bislang insbesondere Kindern mit chronischen Krankheiten wie Asthma, Diabetes, Herzleiden, Erkrankungen der Nieren oder einer Abwehrschwäche zu einer jährlichen Grippeimpfung.

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