Jugendliche finden weniger Zeit zum Engagement

Von: dpa
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Gütersloh. Die Jugendlichen in Deutschland haben sich in den vergangenen zehn Jahren etwas weniger ehrenamtlich engagiert als frühere Generationen. Das zeigt eine Sonderauswertung der Daten aus dem Freiwilligensurvey des Bundesfamilienministeriums.

Die Untersuchung hatte die Bertelsmann Stiftung in Gütersloh in Auftrag gegeben. Von 1999 bis 2009 sank nach ihren Angaben die Bereitschaft, sich im Sport, in der Kirche, in der Schülervertretung oder beim Naturschutz einzubringen, von 37 auf 35 Prozent. Vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund sind selten vertreten: 2009 engagierten sich nur 22 Prozent von ihnen. Insgesamt wurden 2815 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 29 Jahren befragt.

Insbesondere Schüler und Studenten haben weniger Zeit für freiwillige Tätigkeiten. Gründe dafür können laut der Stiftung die Einführung von Ganztagsschulen, die kürzere Gymnasialzeit und die Umstellung auf das Bachelor- und Masterstudium sein. Laut der Stiftung engagieren sich 51 Prozent der Schüler, die das Abitur in neun Jahren machen, aber nur 41 Prozent derjenigen, die den Schulabschluss innerhalb von acht Jahren erreichen müssen.

Die Studie zeigt auch, dass zwischen Theorie und Praxis eine Lücke klafft: Die Bereitschaft, sich stärker freiwillig zu engagieren, ist im Laufe von zehn Jahren sogar um 10 Prozentpunkte gestiegen: 49 Prozent der Jugendlichen gaben an, sich stärker einbringen zu wollen, bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund sind es sogar 54 Prozent. Allerdings tun sie sich offensichtlich schwer dabei, die richtigen Anlaufstellen zu finden. Während 31 Prozent der deutschstämmigen Jugendlichen Mitglied in einem Verein sind, liegt die Zahl bei den Migranten nur bei 16 Prozent.

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