Vaitape - Jawort am anderen Ende der Welt: Heiraten auf Bora Bora

Jawort am anderen Ende der Welt: Heiraten auf Bora Bora

Von: Hilke Segbers, dpa
Letzte Aktualisierung:
Borabora
Bevor sich heiratswillige Pärchen auf dem Pazifikatoll Bora Bora im Hotel entspannen können, haben sie häufig eine 24-stündige Anreise hinter sich. Dann jedoch heißt es relaxen, zum Beispiel in typischen Hotels, die auf Stelzen in paradiesisch schöne Lagunen gebaut worden sind. Foto: dpa

Vaitape. Natürlich ist eine Heirat in der heimatlichen Dorfkirche etwas Schönes - aber es geht auch romantischer in der Südsee. Dort ist Bora Bora die Hochzeitsinsel schlechthin, auch „Perle des Pazifik” genannt.

Das Eiland in Französisch-Polynesien hat sich auf Brautpaare spezialisiert. Die meisten Hotels bieten Paketlösungen an - und garantieren einen unvergesslichen Hochzeitstag oder einen ebensolchen Honeymoon am anderen Ende der Welt.

Schon die Ankunft auf dem Flughafen von Bora Bora ist romantisch. Er ist klein und liegt auf einer Riffinsel. Jeder Ankommende erhält vom Zöllner eine einzelne Blüte der Nationalblume Tiare und dann einen ganzen Kranz davon von den Hotelhostessen. Dann geht es mit einem Schnellboot über die weltberühmte Lagune, die in vielen verschiedenen Blau- und Türkistönen schillert, zu den Unterkünften.

Bora Bora liegt 280 Kilometer nordwestlich von Tahiti, der zentralen Insel von Französisch-Polynesien. Entdeckt wurde sie einst vom Weltumsegler James Cook. In der westlichen Welt bekannt wurde die rund 38 Quadratkilometer große Insel mit knapp 9000 Einwohnern aber aus einem wenig romantischen Grund: Nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor 1941 und dem Eintritt der Amerikaner in den Zweiten Weltkrieg wurde Bora Bora zu einer US-Basis - mit Versorgungsstation, 30 Lagern für Öl, einer Landebahn und Wasserflugzeug-Hafen. Die Basis wurde niemals angegriffen, 1946 rückten die Soldaten wieder ab.

Heute leben die Insulaner fast nur vom Tourismus. Vor allem Amerikaner und Japaner kommen nach Bora Bora, aus Deutschland sind es wenige Gäste, 2007 kamen rund 4000. Das mag an der langen Anreise - von Deutschland aus sind es rund 26 Stunden - und auch an den Hotelpreisen liegen: Das Südseeparadies gehört zu den teuersten Urlaubszielen der Welt. Dem Tourismusverband macht das jedoch keine Sorge: Bora Bora gilt als „Once in a lifetime”-Ziel - einmal im Leben möchten viele Urlauber hier gewesen sein, zum Beispiel für einen runden Geburtstag oder eben eine Hochzeit.

Die meisten Hotels auf Bora Bora liegen nicht auf der Hauptinsel mit dem Hauptort Vaitape, sondern auf den etwa 30 vorgelagerten kleinen Inseln entlang des Riffs, Motus genannt. Heiraten kann man überall: auf einem traditionellen Einbaum in der Lagune, an einem Korallenriff mit bunten Fischen oder im Hafen bei Sonnenuntergang. Wobei die meisten Paare nicht richtig heiraten, sondern nur eine Zeremonie wählen als Ergänzung zur zivilen Trauung im eigenen Lande, oder zur Erneuerung des Eheversprechens etwa am zehnten Hochzeitstag.

Ob Brautpaar, Honeymooner oder Jubiliar - die meisten Hotels haben für sie „Wedding Specialists”. Das neueste Haus in Bora Bora ist das „Four Seasons”, erbaut 2008. Dort gibt es eine Hochzeitskapelle mit Blick auf die Lagune. Der Hochzeitsplaner organisiert den Tag - vom Blumenschmuck, der Zeremonie und dem Menü bis zur Hochzeitstorte. Organisiert werden kann ein Brunch mit der Familie, aber auch ein Cocktailempfang und ein großes Bankett, Fotograf und Musik inklusive. Honeymooner können romantisch am Meer speisen, sich zu zweit massieren lassen oder ein einsames Picknik am Strand machen.

Das berühmte „Hotel Bora Bora”, heute ein Aman-Resort, bietet eine Hochzeit am Strand im Rahmen einer polynesischen Zeremonie. Einheimische Tänzer begleiten das Paar auf seinem Weg zum Meer. Braut und Bräutigam tragen einen traditionellen Pareo oder einen weißen Sarong und tauschen den Hochzeitsschwur vor einem tahitianischen Priester aus. Wer bei der Zeremonie kein Publikum haben möchte, kann sich auch mit dem Kanu auf eine Privatinsel fahren lassen.

Das „Intercontinental Bora Bora” hat ähnliche Angebote und verwöhnt Brautpaare nach der Zeremonie in einem Überwasserbungalow - mit Blumenmeeren, Champagner und mehrfachem Roomservice am Tag. Das Frühstück wird im Auslegerboot geliefert. Ansonsten geht es eher sportlich zu. Die Honeymooner erwartet freies Schnorcheln, Kanufahren und Tennis. Für den Fall, dass den Turteltauben abends nichts Besseres einfällt, stellt das Hotel kostenlos DVDs zur Verfügung.

Blumen gibt es für alle Gäste reichlich. Die Zimmer in den Hotels sind mit Blüten geschmückt - und zwar nicht nur die Betten und Sofas, sondern bis hin zum Spülkasten der Toilette. Der Holzboden im Wohnzimmer der Überwasserbungalows hat einen Glasboden, durch den 24 Stunden lang bunte Fische zu bewundern sind. Und von der Terrasse aus kann man mit einem kühnen Satz direkt ins klare, 30 Grad warme Wasser der Lagune springen. Wer Glück hat, begegnet dort einem der verspielten, neugierigen Mantas, die sich auch streicheln lassen.

Wer des Strandes einmal müde ist, kann auch im Inselinneren Interessantes entdecken: Obstplantagen, Begräbnisstätten, wilde Orchideenwälder und hohe Berge. Vom höchsten Gipfel, dem Mount Otemanu, ist das gesamte Atoll zu überblicken. Seit dem 3. Februar 2008 hat Bora Bora auch einen deutschen Ehrenbürger: Tony Marshall. Der 70 Jahre alte Sänger machte die Südseeinsel vor 30 Jahren mit einem Ohrwurm zum Traumziel vieler Deutscher: Der Titel hieß „Bora Bora” - ganz sicher ist das ein schönes, romantisches Hochzeitslied.

Informationen: Tahiti Tourisme, c/o C&C Contact und Creation, Paul-Ehrlich-Straße 27, 60596 Frankfurt (Tel.: 069 - 96 36 68 42).

Viele Unterlagen für das Eheglück

Paare, die eine traditionelle polynesische Hochzeitszeremonie wünschen, können sich an jedem Ort in Französisch-Polynesien das Jawort geben. Aber rechtsgültig zu heiraten, ist wegen der behördlichen Vorschriften nicht einfach. Daher wählen die meisten Brautpaare auf Bora Bora nur eine Zeremonie ohne Rechtsgültigkeit. Wer eine anerkannte Ziviltrauung anstrebt, muss nach Angaben der Tahiti-Vertretung Tahiti in Frankfurt folgende Bestimmungen erfüllen:

Das gesetzliche Mindestalter beträgt 18 Jahre.

Ein Monat Aufenthalt in Französisch-Polynesien vor der Trauung ist Voraussetzung, als Belege gelten eine Stromquittung oder Pass.

Zehn Tage zur Verkündigung des Eheversprechens sind einzuplanen.

Alle Unterlagen für die Gemeinde, in der die Trauung vollzogen wird, müssen auf Französisch von einem vereidigtem Übersetzer übersetzt sein.

Vorliegen müssen außerdem mindestens drei Monate zuvor ausgestellte Geburtsurkunden des Brautpaares, eine ärztliche Bescheinigung, gegebenenfalls eine Kopie des notariell beglaubigten Ehevertrags sowie gegebenenfalls Geburtsscheine der zu legitimierenden Kinder.

Die Trauzeugen müssen ihren Beruf und Wohnsitz angeben und dürfen keine Familienmitglieder sein.

Eine Bescheinigung über die geltende standesamtliche Verordnung, ausgestellt von den Behörden des jeweiligen Landes, muss vorliegen.

Eine Ledigkeitsbescheinigung muss vorliegen.

Soldaten müssen ein Truppenanwesenheitszertifikat vorlegen.

Die Regierung plant für das Jahr 2009 eine Vereinfachung dieser rechtlichen Bestimmungen zur offiziellen Anerkennung einer Trauung.

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