Hochzeit für Anfänger: Eine schöne Feier muss kein Vermögen kosten

Von: Maria Hilt, dapd
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Berlin/Dubai. Jedes Paar hat von seiner Hochzeitsfeier eine ganz eigene Vorstellung. Die einen wünschen sich eine Kutsche und weiße Tauben, die anderen möchten am liebsten im Gothic-Outfit in einem düsteren Kellergewölbe feiern.

In einem Punkt sind sich jedoch alle Heiratswilligen einig: Es soll eine Traumhochzeit werden. „Für eine echte Traumhochzeit muss man ungefähr mit einem Jahr Planungszeit rechnen”, sagt Alexandra Dionisio, Hochzeitsplanerin aus Dubai.

Schon allein die Bestellzeit für ein Brautkleid betrage ungefähr fünf Monate. „Auch beliebte Locations sind teilweise schon sehr früh ausgebucht”, sagt die Autorin mehrerer Ratgeberbücher (z. B. „PinkBrides Handbuch für unsere perfekte Hochzeit”, GU).

Und schließlich ist der Feierort einer der wichtigsten Faktoren für eine gelungene Hochzeitsfeier, wie der Berliner Hochzeitsplaner Frank Matthée betont: „Die Räumlichkeiten müssen nicht nur zur Größe der Veranstaltung und zum Budget passen, sondern auch zum Stil der Hochzeit”, betont der Experte.

Deshalb sollte man sich vor der Reservierung überlegen, ob man etwa eine legere, eine pompöse, eine romantische oder eine urbane Feier wünsche. „Ich finde es wichtig, dass man authentisch bleibt und versucht, seinen Lebensstil bei der Hochzeit aufzugreifen”, sagt der Profi. Wer nicht an große Roben und Noblesse gewöhnt sei, fühle sich bei einer pompösen Hochzeit möglicherweise deplatziert.

„Man sollte sich außerdem überlegen, ob sieben Bestecke und ein Schloss-Ambiente die Gäste überfordern”, betont Matthée. Andererseits könne ein schlichtes Scheunen-Ambiente problematisch sein, wenn der Großteil der Gäste an hohen Komfort gewöhnt ist.

Auch das Budget für die Feier sollten Hochzeitspaare möglichst früh festlegen. „Viele Leute haben keine Vorstellung davon, wie viel ihre Traumhochzeit kostet - und erleben am Ende eine böse Überraschung”, sagt Matthée. Daher sei es wichtig, dass man von Anfang an einen groben finanziellen Rahmen vorgebe.

„Um eine Vorstellung von den Kosten zu bekommen, kann man verschiedene Angebote einholen, aber auch verheiratete Freunde fragen”, sagt Matthée. Danach müsse man seine Wünsche mit der Realität abgleichen und schauen, wo man Kompromisse finden kann. Ein wichtiger Faktor für die Kosten einer Hochzeit ist die Länge der Gästeliste. Alexandra Dionisio empfiehlt daher, sich auch darüber frühzeitig Gedanken zu machen.

„Oft sind die Paare überrascht, wie viel Leute da zusammenkommen”, sagt die Expertin. Eine gute Strategie sei, die Gästeliste in A- und B-Prioritäten zu unterteilen und sich zu überlegen, wer unbedingt dabei sein muss - und auf wen man zur Not auch verzichten würde. Sobald man sich auf einen Termin geeinigt hat, sollte man Save-the-Date-Karten mit dem Datum an die Gäste versenden, empfiehlt die Expertin. So hätten die Gäste genügend Zeit, die Feier einzuplanen. Die eigentliche Einladung sollte man dann zwei bis vier Monate vor dem Hochzeitstermin abschicken.

„Am besten gibt man den Gästen vier bis fünf Wochen Zeit, zu reagieren. Aber es melden sich eigentlich nie alle Geladenen, und man wird immer noch ein paar Leuten hinterhertelefonieren müssen”, sagt Dionisio. Matthée betont, dass die Gäste so umfangreich wie möglich informiert werden sollten.

„Es sollte beispielsweise klar sein, welche Kosten das Brautpaar übernimt, wann das Fest zu Ende ist und wie alle nach Hause kommen - dann müssen die Leute nicht ständig noch einmal anrufen, um nachzufragen”, sagt Matthée. Solche Details könne man entweder auf einem Extra-Blatt zur Einladungkarte hinzufügen oder auf einer Hochzeits-Website veröffentlichen.

Damit es mit dem Heiraten klappt, sollten Paare sich auch rechtzeitig um den Papierkram kümmern - beispielsweise um eine Aufenthaltsbescheinigung und die Geburtsurkunde. „Am besten erkundigt man sich frühzeitig beim Standesamt, welche Unterlagen man vorlegen muss”, sagt Alexandra Dionisio. Anmelden könne man die Trauung beim Standesamt frühestens sechs Monate vor dem Hochzeitstermin.

Begehrte Ämter, die besonders schöne Räumlichkeiten bieten, seien dann auch meist schnell ausgebucht. „Manchmal kann man aber auch schon vor dem Stichtag sein Interesse bekunden und sich schon mal mit dem Standesbeamten unterhalten”, sagt Dionisio.

Eine wichtige Voraussetzung, um Stress bei der Hochzeitsplanung zu vermeiden, ist laut Frank Matthée absolutes Vertrauen in die Dienstleister - vom Floristen bis zum Caterer. „Man sollte nur Anbieter wählen, mit denen man hundertprozentig zufrieden ist”, betont der Profi. Bevor man Verträge abschließe, seien intensive Vorbesprechungen wichtig, außerdem sollte man Referenzen einholen und nicht zuletzt seinem Bauchgefühl vertrauen.

„Es ist ratsam, zwei Wochen vor der Hochzeit noch einmal alle Dienstleister anzurufen und zu fragen, ob alles nach Plan läuft.” Paaren, die ihre Hochzeit ohne professionelles Organisationsteam stemmen, empfiehlt Matthée zudem, einen Zeremonienmeister zu bestimmen. Diese Person könnte sich während der Feier um den Ablauf kümmern und so Braut und Bräutigam an ihrem großen Tag entlasten. „Idealerweise wählt man dafür jemanden aus, der eigentlich nicht zum Kreis der Gäste gehört, beispielsweise einen Kollegen.”

In den letzten Tagen vor der Feier sollten sich Paare dann nur noch um sich selbst kümmern. „Am besten nimmt man sich mindestens zwei Tage vor dem Fest frei, genießt ein Wellnessprogramm und freut sich nur noch auf die Hochzeit”, rät Frank Matthée. Um das Fest wirklich genießen zu können, müsse man bereit sein, sich fallen zu lassen.

„Viele Paare wollen, dass ihre Hochzeitsfeier perfekt wird, und klammern sich dabei zu sehr an ihr strenges Timing”, sagt der Organisations-Profi. Zeitliche Verschiebungen seien bei solchen Festen jedoch normal.

Er rate Paaren daher, sich von diesem minutiösen Ablauf zu lösen und am Hochzeitstag am besten gar keine Uhr zu tragen. „Schließlich ist es doch egal, ob die Torte um vier oder um halb fünf auf dem Tisch steht - Hauptsache, sie schmeckt.”
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