Frankfurt/Main - Hessischer Schüler klagt gegen das Turbo-Abitur G8

Hessischer Schüler klagt gegen das Turbo-Abitur G8

Von: ddp
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Frankfurt/Main. Das hessische Kultusministerium steht der Klage eines Schülers gegen das sogenannte Turbo-Abitur (G8) positiv gegenüber.

„Er kämpft in der gleichen Sache wie wir”, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Wiesbaden. Nach Informationen der „Frankfurter Rundschau” will der 13-Jährige aus dem Main-Taunus-Kreis vor das Verwaltungsgericht Frankfurt ziehen, um eine offensichtliche Ungerechtigkeit beim vorgezogenen Abitur zu beseitigen.

Er will die Mittlere Reife erwerben, obwohl es diese nach dem Willen der deutschen Kultusministerkonferenz (KMK) erst nach zehn Schuljahren geben soll. Es ist bundesweit die erste Klage auf Gleichbehandlung von Schülern in den Bildungsgängen G8 und G9 am Ende der Mittelstufe.

Von einem Urteil wären neben Hessen noch die Länder Baden-Württemberg, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, das Saarland und Thüringen betroffen. Dort wechseln die Schüler nach der neunten Klasse in die gymnasiale Oberstufe. Hessische Turbo-Abiturienten, die den verkürzten gymnasialen Bildungsgang G8 besuchen, schließen die Mittelstufe schon nach Klasse 9 ab. Dafür bekommen sie lediglich einen Hauptschulabschluss, obwohl sie das Gleiche gelernt haben sollen wie jene, die im alten G9-Bildungsgang zum Abitur streben. Das zuständige Schulamt betonte, dass es die Mittlere Reife eben erst nach zehn Jahren gebe. Ausnahmen seien nicht vorgesehen.

Die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) hatte bereits zwei Mal in der Kultusministerkonferenz auf eine Änderung gedrängt. Ein entsprechender Antrag des Landes Hessen in der KMK ist laut Ministeriumsangaben bereits im Jahr 2004 von der Mehrheit der Länder abgelehnt worden. Weitere Bemühungen seien ebenfalls gescheitert. In der Konferenz müssen Entscheidungen immer einstimmig getroffen werden, da es um die gegenseitige Anerkennung von Schulabschlüssen zwischen den Bundesländern geht. „Die bundeseinheitliche Regelung sieht aus diesem Grund auch weiterhin vor, dass der mittlere Schulabschluss an allgemeinbildenden Schularten nach dem erfolgreichen Besuch der zehnten Jahrgangsstufe erworben wird”, teilte das Kultusministerium mit. Nun solle zusätzlich nach einer hessischen Lösung gesucht werden, Details wollte das Ministerium jedoch noch nicht nennen.
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