Hausverbot im Heim: Klagen lohnt oft nicht

Von: dpa
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München/Kassel. Bekommen Angehörige von Pflegebedürftigen ein Hausverbot im Heim, haben sie rechtlich wenig in der Hand. „Klagen vor den Verwaltungsgerichten dauern in der Regel einige Jahre.

So viel Zeit bleibt den Pflegebedürftigen aber oft nicht mehr”, erläutert Alexander Frey, Fachanwalt für Sozialrecht aus München. Wenig Erfolg verspricht auch eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde - in der Regel ist das die Stadt oder das Landratsamt. Sie muss in solchen Fällen eigentlich Heimbewohner und Angehörige anhören. In der Praxis werde darauf aber oft verzichtet. „Es wird sich allein auf die Aussage der Heime verlassen.”

Das Hausrecht erlaubt es Heimen, gegen störende Besucher ein Hausverbot zu verhängen. Angehörige würden in den Augen der Heimleitung aber schnell zu Störenfrieden, wenn sie lästige Fragen stellen oder eine bessere Versorgung ihrer Verwandten fordern, kritisiert Frey in der von der Aktion Mensch in Kassel herausgegebenen Zeitschrift „Menschen”.

Um zu verhindern, dass ein Streit um solche Fragen eskaliert, setzt sich die Familie am besten rechtzeitig mit dem Betreuer an einen Tisch und redet über alle Schwierigkeiten. Ein gutes Heim sei immer dankbar für Hinweise der Angehörigen.

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