Köln - Grippesymptome oder gerötete Haut: Borreliose kann Ursache sein

Grippesymptome oder gerötete Haut: Borreliose kann Ursache sein

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Zecke
Ab März müssen Spaziergänger wieder aufpassen: Es droht wieder Zeckengefahr. Auch Hunde sollten vor den Spinnentieren geschützt werden. Foto: ddp

Köln. Eltern sollten ihre Kinder regelmäßig nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken absuchen. Da sich Krankheitserreger acht bis zwölf Stunden nach dem Zeckenstich im Blut ausbreiten, müssen die Spinnentiere sobald wie möglich entfernen werden.

Besucher eines Waldkindergartens haben ein besonders hohes Risiko, sich mit der von Zecken übertragenen Borreliose anzustecken, warnt der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. Zecken halten sich gerne in hohem Gras sowie am Übergang vom Gebüsch oder Wald zur Wiese auf.

In der Regel zeigen Kinder bei einer Borreliose-Infektion zunächst eine bis mehrere Wochen nach dem Stich grippeähnliche Symptome. Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen scheinen dann auf eine Erkältung hinzudeuten. Eine gerötete kreisförmige Hautstelle um den Stich herum kann bereits fünf Tage nach dem Stich auftreten und sich vergrößern, während sie im Zentrum verblasst. „Wir nennen dieses sehr charakteristische Symptom eine "Wanderröte"”, erklärt BVKJ-Sprecher Ulrich Fegeler. Amerikanische Untersuchungen haben ergeben, dass knapp 90 Prozent der Infizierten allein eine Wanderröte aufweisen.

Eine etwas seltenere Erscheinung ist das Lymphozytom, eine gerötete Hautverdickung zum Beispiel am Ohrläppchen, an den Brustwarzen oder am Hodensack. „Jede verdächtige Hautstelle, die sich vergrößert, auch wenn sie wie ein Insektenstich aussieht, sollten Eltern vom Kinder- und Jugendarzt untersuchen lassen”, rät Fegeler. So werde eine mögliche Infektion rechtzeitig erkannt und behandelt.

Können sich die Bakterien dagegen weiter ausbreiten, sind Monate bis Jahre später Gelenkentzündungen möglich - bei Kindern oft in den Knie-, Finger-, Hand- oder Sprunggelenken sowie Ellenbogen. Etwa sechs Prozent der Kinder mit Lyme-Borreliose entwickeln solche Gelenkentzündungen. Manchmal befallen die Bakterien auch die Hirnhäute, die Augen, das Herz oder die Muskeln. Lähmungen sind dann die mögliche Folge.

Schätzungsweise jede vierte bis fünfte Zecke kann Borrelien übertragen, doch bricht die Krankheit nur bei circa ein bis zwei Prozent der Angesteckten aus. Eine einmal durchgemachte Borrelien-Infektion schütze nicht unbedingt vor einer erneuten Ansteckung, erläutert der BVKJ: Es gebe in Europa drei verschiedene Formen von Borrelien.
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