Bonn - Friedhofsruhe immer teurer

Friedhofsruhe immer teurer

Von: dpa
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Bonn. Immer tiefer müssen Hinterbliebene für die letzte Ruhe ihrer Angehörigen in die Tasche greifen. Viele Kommunen haben mit Jahresbeginn die Friedhofsgebühren wieder erhöht, oft um zweistellige Prozentsätze.

Das berichtete die Verbraucherinitiative Aeternitas am Donnerstag in Königswinter bei Bonn. Damit setze sich ein Trend fort, der schon seit Jahren zu beobachten sei.

Im Vorjahr sind die Friedhofsgebühren laut Aeternitas um durchschnittlich drei Prozent gestiegen. Das habe einer Auswertung der Aeternitas-Gebührendatenbank mit Daten von knapp 1000 Kommunen ergeben. Die immer höheren Gebühren verstärkten den Trend zu günstigen Gräbern, was die Gebührenhaushalte aber weiter belaste. Die meisten deutschen Friedhöfe arbeiteten nicht kostendeckend und erwirtschaften jedes Jahr große Defizite.

In Düsseldorf müssen die Gebührenzahler nach Angaben von Aeternitas dieses Jahr mit durchschnittlich 13,6 Prozent höheren Friedhofsgebühren rechnen, obwohl die Gebühren bereits in den vergangenen Jahren deutlich erhöht worden seien. In der niederrheinischen Stadt Tönisvorst würden einzelne Gebührenposten, zum Beispiel für die Trauerhalle, um bis zu 240 Prozent angehoben.

Eine der Ursachen für geringere Einnahmen ist die zunehmende Urnenbestattung. Noch vor 20 Jahren wählte laut Aeternitas nur knapp ein Drittel der Deutschen eine Urne, heute schon ungefähr die Hälfte. Auch gebe es einen Trend „zum kleinen und günstigen, oft sogar anonymen Grab”. Viele Friedhöfe hätten es versäumt, sich dem veränderten Bestattungsverhalten der Bundesbürger anzupassen. „Sie leiden noch heute unter Fehlplanungen aus den 1960er und 1970er Jahren, als mit einem gleichbleibenden Anteil von großflächigen, teuren Sarggräbern und steigenden Bevölkerungs- und Sterbezahlen gerechnet wurde.”

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