Berlin - Fremdelnden Kindern nicht zu abrupt näher kommen

Fremdelnden Kindern nicht zu abrupt näher kommen

Von: ddp
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Berlin. Freudestrahlend will die Großmutter ihren Enkel in die Arme schließen - doch das Kleinkind starrt sie an, als wolle sie es auffressen, und fängt lauthals an zu brüllen.

Wenn Kinder in der Fremdelphase sind, ist ihnen außer Mama und Papa oft niemand mehr geheuer.

„Fremdeln ist ein normaler Bestandteil der Kindesentwicklung”, sagt Heidemarie Arnhold, Vorstandsvorsitzende des Arbeitskreises Neue Erziehung in Berlin.

Es sei ein Zeichen dafür, dass das Kind nun lerne, zwischen Vertrautem und Fremdem zu unterscheiden. „Plötzlich erlebt das Kind Personen als unbekannt und reagiert auf diese Erfahrung erst einmal vorsichtig oder auch ängstlich”, erklärt die Pädagogin.

Manche Kinder zeigten so ein Verhalten schon im Alter von einem halben Jahr, wenn sie langsam anfingen, die Welt zu entdecken. „Oft kommt es aber auch zwischen dem achten und dem zwölften Lebensmonat zum Fremdeln”, sagt Arnhold.

Im Laufe des zweiten Lebensjahres legten die Kleinen dieses Verhalten meistens irgendwann von selbst ab.

Bis die Phase überstanden ist, rät Arnhold Erwachsenen zu Gelassenheit im Umgang mit den Kleinen. „Damit Besucher wissen, wie sie die Situation einschätzen müssen, kann man sie darauf hinweisen, dass das Kind momentan fremdelt”, sagt Arnhold.

Wichtig sei, dass die Besucher Rücksicht auf das Distanzbedürfnis des Kindes nehmen. So sollte man sich fremdelnden Kindern nicht abrupt nähern und vielleicht erst einmal durch das Spiel mit einem Stofftier Kontakt herstellen. „Reagiert das Kind ängstlich, sollte man die Annäherung sofort stoppen. In dieser Situation können nur engste Vertrauenspersonen das Kind trösten.”
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