Weinheim - Frauen lieben stärker als Männer

Frauen lieben stärker als Männer

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
Urlaubsliebe/Strand
Frisch verliebt am Strand kuscheln - da stört kaum etwas. Foto: dpa

Weinheim. Frauen empfinden überall auf der Welt insgesamt mehr Liebe als Männer. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bradley University in den USA. Die Wissenschaftler um David Schmitt befragten dabei 15 234 Personen aus 48 Nationen, ob und wie intensiv sie Liebesgefühle empfinden.

Es zeigte sich, dass die Gefühle von mehreren Faktoren abhängen, zum Beispiel vom Geschlecht, berichtet die Zeitschrift „Psychologie heute” (Ausgabe Mai/2010).

Aber auch äußere Faktoren wie das Verhältnis der Geschlechter zueinander und die Zustände in einem Land spielen eine erhebliche Rolle, Es zeigte sich zum Beispiel, dass es in Nationen mit einer angestrebten Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu größeren Diskrepanzen zwischen den Liebesempfindungen kommt, als in Ländern, in denen Geschlechterunterschiede betont werden, so die Forscher. So empfänden etwa Frauen in der Schweiz deutlich mehr Liebe als Männer.

Außerdem beeinflussten die Zustände im Land das Liebesempfinden. In Ländern, die von Krieg, Naturkatastrophen, Armut, Gewalt, Krankheiten, mangelnder Bildung, Not und Gefahren geprägt sind, entwickelten die Bewohner in der Kindheit nur selten sichere Bindungen. Deshalb sind sie den Wissenschaftlern zufolge auch als Erwachsene kaum in der Lage, stabile Beziehungen aufzubauen und hingebungsvolle Liebe zu empfinden. Genau andersherum sehe es in sicheren und wohlhabenden Ländern aus.

Auch der kulturelle Einfluss dürfe nicht unterschätzt werden. In Gesellschaften, die das Individuelle betonten, empfänden die Menschen eher Liebe als die Angehörigen kollektivistischer Gesellschaften. Und schließlich spiele die Persönlichkeit des Einzelnen eine Rolle: Gesellige, selbstbewusste und sozialverträgliche Menschen berichteten weltweit von intensiveren Liebesgefühlen als unsichere, kontaktscheue und emotional instabile Menschen. Die Studie wurde im „Journal of Research in Personality” veröffentlicht.

Die Homepage wurde aktualisiert