Frauen im Osten vereinen Beruf und Familie besser

Von: dapd
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Alleinerziehend
Alleinerziehende haben doppelte Belastungen. Foto: dpa

Leipzig. Das Frauen- und Familienbild in den alten und neuen Bundesländern unterscheidet sich auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch grundlegend.

Wie die am Donnerstag in Leipzig vorgestellte Studie „Das volle Leben! Frauenkarrieren in Ostdeutschland” zeigt, ist die vollberufstätige Mutter zwischen Rügen und Erzgebirge nach wie vor eher Norm als Ausnahme, das westdeutsche Lebensmodell vom Mann als Alleinernährer und der Frau im Haushalt findet im Osten hingegen nur wenige Nachahmer. „Berufliche Entwicklung beider Partner und Kinder gehören zum gemeinsamen Glück” resümierten die Verfasser der Studie vom pme Familienservice in Berlin.

Laut Studie arbeitete im Osten jede zweite Frau mit Kindern unter 15 Jahren in Vollzeit, das sind doppelt so viele wie im Westen. Auch kennen die Frauen in den neuen Ländern kaum den Rechtfertigungsdruck, wenn sie Familie und Karriere gleichermaßen für sich in Anspruch nehmen, wie dies westdeutsche Frauen erleben müssen, erklärten die Wissenschaftler.

Zudem sind im Osten deutlich mehr Frauen im Management zu finden: In den neuen Länder ist fast jeder dritte Führungsposten mit einer Frau besetzt, im Westen nur jeder vierte. Dabei verzichten die ostdeutschen Frauen weitaus seltener auf Kinder - und bekommen sie auch früher, im Schnitt mit 23 Jahren. Hier zahlt sich offenbar die bessere Kinderbetreuung in den neuen Ländern aus.

Auch das Selbstverständnis der Männer ist laut Studie im Osten ein anderes. Während im Westen immer noch jeder vierte junge Mann die „klassische” Ein-Ernährer-Familie anstrebt, liegt dieser Anteil im Osten nur halb so hoch. Und: Ostdeutsche Männer wünschen sich generell, so die Studie, keine Hausfrau als Partnerin.
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