Fernreisen mit Kindern: Umfassende Gesundheitsvorsorge ist wichtig

Von: Elke Gersmann, ddp
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Hamburg. Wenn der nächste Familienurlaub eine Fernreise werden soll, gibt es einiges zu bedenken. Zum Beispiel, ob solch eine Tour für Kinder im Vorschulalter überhaupt geeignet ist.

„Im Prinzip kann man mit Kindern jeden Alters auf eine Fernreise gehen”, sagt Hans-Ulrich Neumann vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte. Ob das auch immer und in allen Regionen ratsam ist, sei eine andere Frage, schränkt der Kinderarzt ein.

Für Eltern von kleinen Kindern sei es in jedem Fall sehr wichtig, sich ausgiebig mit dem Thema Gesundheit zu beschäftigen, mahnt Neumann. Egal, wohin die Fernreise geht: „Vor dem Start in den Urlaub sollten bei den Kindern unbedingt die wichtigsten Impfungen abgeschlossen sein.” Neben den Standards wie Tetanus, Polio und Diphtherie sei auch eine Hepatitis A-Impfung ratsam, denn damit könne man sich auf der ganzen Welt über das Essen infizieren.

Besteht in der Urlaubsregion auch das Risiko einer Malariainfektion, sollte außerdem über eine entsprechende Prophylaxe nachgedacht werden - sie gibt es schon für Kleinstkinder mit einem Gewicht ab fünf Kilogramm. Und die Nebenwirkungen, weiß der Kindermediziner, sind bei Kindern wesentlich geringer als bei Erwachsenen. Der beste Schutz vor Malaria und anderer durch Mücken übertragbaren Krankheiten ist jedoch der Schutz vor den Stichen. Deshalb dürfen helle, langärmelige Kleidung für die Kleinen, ein guter Mückenschutz und ein Moskitonetz im Reisegepäck nicht fehlen.

Auch die Reiseapotheke sollte aufgestockt werden. Besonders bei Reisen in subtropische und tropische Regionen ist es wichtig, gegen Durchfallerkrankungen gut gewappnet zu sein. „Das Beste ist, sich rechtzeitig vor dem Urlaub von seinem Kinderarzt beraten zu lassen”, sagt Neumann. Auch bei speziell ausgebildeten Reisemedizinern und an Tropeninstituten können Eltern Informationen und Tipps erhalten - auch darüber, welche Regionen sie mit Kindern besser meiden sollten.

Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass das Kind krank wird oder sich verletzt. „Um darauf vorbereitet zu sein, sollten die Eltern sich schon zuhause über die ärztliche Versorgung vor Ort informieren.” Wo ist das nächste Krankenhaus, wo gibt es Ärzte oder Ärztezentren - die Informationen darüber stehen in guten Reiseführern, können aber auch bei den deutschen Vertretungen im jeweiligen Land erfragt werden. Es ist daher ratsam, sich die entsprechenden Kontaktdaten zu notieren und mitzunehmen. Diese findet man auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes unter auswaertiges-amt.de.

Vor Ort sollte man es langsam angehen lassen - das tut auch den Erwachsenen gut. Die Kleinen sind erstmal sowieso im Vorteil, sagt Neumann, denn „sie spüren die Zeitverschiebung deutlich weniger.” Da Kinder von Natur aus neugierig sind, wird es den meisten großen Spaß machen, ein fremdes Land zu erkunden. Ein guter Schutz vor der Sonne sollte dabei selbstverständlich sein: Sonnenhut, eine Lotion mit hohem Lichtschutzfaktor und in Regionen mit besonders starker Sonneneinstrahlung möglichst Kleidung mit eingebautem Lichtschutz.

Aber nicht nur die Haut, auch der Organismus des Kindes reagiert empfindlich auf Sonne und Hitze, warnt der Mediziner. Besonders die Kleineren trocknen schnell aus. Deshalb sollten Eltern immer genügend ungesüßte Getränke dabeihaben und diese regelmäßig verteilen. Vorsicht ist auch nach dem Urlaub noch angebracht: Bekommt das Kind in den folgenden Monaten Fieber oder andere Krankheitssymptome, sollte unbedingt der Hausarzt über die Reise informiert werden: „Manche Krankheiten zeigen sich erst Monate später, wenn man sie nicht mehr mit dem Urlaub in Verbindung bringt”, erklärt Neumann.
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