Ferienreisen wirken sich nicht nachhaltig auf die Zufriedenheit aus

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Heidelberg. Das Schönste an einer Urlaubsreise ist die Vorfreude - das ist jetzt sogar wissenschaftlich erwiesen: Künftige Urlauber sind vor ihrer Reise glücklicher als diejenigen, die in ihrem üblichen Alltagstrott bleiben, konnten niederländische Forscher zeigen. Dieser Effekt lässt jedoch sehr schnell nach.

Sobald die Reisenden wieder zurück in ihrem Alltag sind, lässt sich kaum mehr ein Unterschied zwischen der Zufriedenheit der beiden Gruppen feststellen. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler um Jeroen Nawijn von der Erasmus-Universität in Rotterdam im Fachjournal „Applied Research in Quality of Life” vor.

Für die Untersuchung werteten die Forscher die ausgefüllten Fragebögen von 1530 erwachsenen Niederländern aus. Darin gaben die Befragten Auskunft über ihre aktuelle Zufriedenheit, über ihre Urlaubspläne und tatsächlich unternommene Urlaubsreisen. Die Daten erhielten die Wissenschaftler von einer Datenbank der Universität in Tilburg, die über Online-Fragebögen wöchentlich verschiedene Informationen zu über 2000 Haushalten in den Niederlanden sammelt.

Verglichen wurden zwei Gruppen: eine bestand aus 974 Personen, die während der Studiendauer für einige Zeit in den Urlaub fuhr, und eine aus den 556 übrigen Probanden, die zu Hause blieben und ihren täglichen Pflichten nachgingen.

Die meisten Studienteilnehmer freuten sich schon Wochen oder Monate, bevor sie wegfuhren, auf ihren Urlaub, zeigte die Auswertung. Sobald die Auszeit jedoch vorbei war, fühlten sich die Urlauber nicht mehr glücklicher als die Daheimgebliebenen. Eine Ausnahme bildeten dabei nur diejenigen, die eine besonders erholsame Reise gehabt hatten: Bei ihnen hielt das Glücksgefühl noch ungefähr zwei Wochen lang an. Nach acht Wochen war das Zufriedenheitsniveau aber auch bei diesen Probanden auf den Wert vor dem Urlaub abgesunken.

Es sei nicht überraschend, dass Urlaubsreisen keinen langanhaltenden Effekt auf die Zufriedenheit von Menschen haben, erklären die Wissenschaftler. Meistens warteten nach der Rückkehr zahlreiche Arbeiten auf die Heimkehrer, weshalb sie schnell wieder in ihre tägliche Routine zurückfallen.

Die Länge der Ferien hatte übrigens keinen Einfluss auf die Zufriedenheit der Urlauber. Nach Ansicht der Forscher sind Menschen also glücklicher, wenn sie mehrmals im Jahr für kurze Zeit wegfahren und nicht einfach eine längere Reise unternehmen. Hier sehen sie vor allem politischen Handlungsbedarf: Damit Familien ihren Urlaub besser auf das Jahr verteilen könnten, wäre es notwendig, das Schulsystem flexibler zu gestalten.
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