Erwachsenen Kindern nur behutsam Ratschläge geben

Von: dapd
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Aachen. Auch um erwachsene Kinder machen sich Eltern manchmal noch große Sorgen. Wenn der Sohn das Extrembergsteigen liebt oder die Ehe der Tochter kriselt, fällt es Müttern und Vätern oft schwer, sich rauszuhalten.

„Ab einem bestimmten Alter ist allerdings jeder für sein Leben selbst verantwortlich”, betont Gertrud Teusen, Autorin des Ratgebers „Da sein - nah sein - Wie wir unseren alten Eltern guttun können”.

Sie empfiehlt Senioren, sich erst einmal genauer damit auseinanderzusetzen, ob es wirklich einen Anlass zur Sorge gibt. Viele neigten im Alter zu stärkerer Vorsicht und müssten daher eher lernen, mit ihren eigenen Gefühlen klarzukommen und zu vertrauen. Hilfreich sei auch, sich daran zu erinnern, mit welchen Aktionen man selbst in jungen Jahren die Sorge seiner Eltern ausgelöst hat. Bei manchen Themen sei es zudem grundsätzlich ratsam, dass Mütter und Väter sich nicht in das Leben ihres erwachsenen Kindes einmischen - beispielsweise bei Beziehungsproblemen. „Selbst wenn man um Rat gefragt wird, sollte man hier sehr neutral antworten”, sagt Teusen.

Trotzdem gebe es Situationen, in denen Eltern durchaus das Recht hätten, ihre Meinung zu äußern - beispielsweise dann, wenn jemand sich durch Alkoholmissbrauch selbst schadet. Wichtig sei allerdings, seine Worte sorgsam zu wählen. „Am besten fragt man sich erst einmal selbst, wie man sich fühlen würde, wenn das eigene Kind einen auf solche Themen ansprechen würde”, sagt Getrud Teusen. So entwickle man ein Feingefühl dafür, wie man das Thema angehen sollte, damit der andere sich nicht angegriffen fühlt.

„Man sollte darauf achten, dass man seinem Kind keine Vorwürfe macht, sondern seine Besorgnis deutlich macht”, sagt Teusen. Eine gute Strategie sei, das Problem auf sich selbst umzumünzen und so in das Gespräch einzusteigen. Beispielsweise könne man berichten, dass der Arzt einem den Alkoholkonsum verboten hat, aber dass man oft ein gutes Glas Rotwein zum Abendessen vermisst. „So stellt man Nähe her”, sagt Teusen. Durch solche Offenheit könnten Eltern viel bewegen.
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