Erstklässler: Den Schulweg trainieren

Von: amv
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Damit der Schulweg immer so unbeschwert aussehen kann, sollten Kinder ihren Schulweg gut kennen und mit den Eltern üben. Foto: Stephanie Pilick/dpa

Stuttgart. Unfallursache Nummer Eins bei Schulwegunfällen ist das Überqueren der Fahrbahn. Deshalb sollen diese Schritte intensiv trainiert werden, legt Renate Hanstein vom Auto Club Europa ACE in Stuttgart Eltern ans Herz.

„ “ Vor jedem Betreten der Fahrbahn am Bordstein stehen bleiben; nach allen Seiten schauen; zuerst nach links, dann nach rechts; dann wieder nach links, um dann auf kürzestem Weg über die Straße zu gehen. Wenn möglich, die Straße nur an Ampeln und Fußgängerüberwegen überqueren. An Zebrastreifen Blickkontakt zu den Autofahrern aufnehmen, ebenso auf Fahrbahnteilern.

„In den ersten Wochen sollten Eltern ihre Kleinen auf dem Schulweg begleiten“, empfiehlt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR): „Die neue Umgebung und der Straßenverkehr können Kinder schnell überfordern. Verkehrsreiche Kreuzungen, unübersichtliche Straßen und andere Gefahrenpunkte sollten daher kein Teil des Schulwegs sein.“ Außerdem gilt: Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. Zudem sollten Schulanfänger samt Eltern den neuen Weg zu den üblichen Schulzeiten abgehen. So lernen die Kinder genau die Verkehrsbedingungen kennen, die sie später allein zu meistern haben. Und sich ab und an zu vergewissern, ob die Sprösslinge die Wegempfehlungen einhalten, kann auch nicht schaden.

Mit dem Rad sollten Kinder in den ersten Schuljahren überhaupt nicht zum Unterricht fahren. Selbst wenn sie ihr Rad schon beherrschen, so sind sie im Straßenverkehr dennoch rasch überfordert. Wird mit dem Schulbus der Weg absolviert, dann sollten Eltern dies ebenfalls mit ihren Sprösslingen üben, empfiehlt ACE-Expertin Hanstein. Das gilt für den Hin- und Rückweg zur Haltestelle ebenso wie für das Ein- und Aussteigen. Hanstein: „Immer erst an den Bus herantreten, wenn er zum Stehen gekommen ist und die Tür geöffnet hat. Nach dem Aussteigen warten, bis der Bus weggefahren ist, und erst anschließend die Fahrbahn überqueren. Wenn möglich, am nächsten Fußgängerüberweg oder an einer Ampel.“ Wichtig sei darüber hinaus, dass das Kind rechtzeitig an der Haltestelle ist, damit keine Hektik entsteht. Fungieren Mutter oder Vater als Schultaxi-Chauffeur, besteht - wie sonst auch - die Anschnallpflicht. Kinder bis zum 12. Lebensjahr sollten nach Möglichkeit hinten sitzen; erst ab 1,50 Meter Körpergröße oder ab dem 12. Geburtstag dürfen Kinder den normalen Sitzgurt benutzen.

Zudem gilt, „es dürfen natürlich nur so viele Kinder mitgenommen werden, wie im Auto gesichert werden können“, erinnert Hanstein. Sie beobachtet immer wieder, dass es oftmals die Eltern selbst sind, die mit ihren Hol- und Bringdiensten Kinder aufs höchste gefährden. „Viele Eltern parken in teilweise rabiater Manier Gehwege zu oder lassen ihre Kinder zur Straßenseite hin aussteigen und fahrlässig in den Verkehr laufen.“ Doch nicht nur Eltern, Lehrer und Schulkinder können aktiv zur Sicherheit beitragen, auch der Schulweg an sich ist oftmals verbesserungswürdig: Der ACE hatte 2010 in einer Sicherheitsaktion fast 300 Schulwege gemeinsam mit kommunalen Verkehrssicherheitsorganisationen vor Ort unter die Lupe genommen. Das Resultat: An mehr als jedem zweiten Schulweg in Deutschland gibt es in puncto Verkehrssicherheit etwas auszusetzen. Neun Prozent der Schulwege sind sicherheitstechnisch sogar mit der Note mangelhaft zu bewerten. Wenn sich Eltern, Lehrer oder auch Kinder mit der Schulweg-Situation vor Ort nicht abfinden wollen, bietet der ACE auf seiner Website unkompliziert und unbürokratisch „Erste Hilfe“.

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