Münster - Entspannte Ferien: Fährt die Familie in den Urlaub, springt ein Haushüter ein

Entspannte Ferien: Fährt die Familie in den Urlaub, springt ein Haushüter ein

Von: Katja Fischer, dapd
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Um Einbrecher fern zu halten, empfiehlt die Polizei, den Nachbarn Bescheid zu geben, dass man verreist, und möglichst Anwesenheit vorzutäuschen. Foto dapd Foto: dapd

Münster. Der Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Doch so manchen Hausbesitzer treibt vor der Abreise die Sorge um, ob das Haus sicher genug ist, Hund und Katze gut untergebracht sind oder die Blumen im Garten die Abwesenheit der Hausherren überleben.

Um Einbrecher fern zu halten, empfiehlt die Polizei, den Nachbarn Bescheid zu geben und möglichst Anwesenheit vorzutäuschen. „Besser ist es jedoch, wenn wirklich jemand im Haus wohnt, während die Besitzer auf Reisen sind”, sagt Günter Kratz, Vorstandsmitglied des Verbandes Deutscher Haushüter-Agenturen. Seit den 80er Jahren gibt es in Deutschland professionelle Haushüter.

Sie betreuen das ihnen anvertraute Haus so, als sei der Eigentümer selbst daheim. Sie leben dort, nehmen die Post entgegen, gießen die Blumen, sprengen den Rasen, leiten wichtige Anrufe weiter. Die Dienstanweisung des Haushüters sieht vor, dass er das Anwesen nur drei Stunden am Tag sowie eine Stunde in der Dunkelheit verlassen darf.

Haushüter sind also weit mehr als nur ein effektiver Schutz vor potenziellen Dieben. „Sehr oft werden sie gebucht, weil sie sich um daheim gebliebene Haustiere kümmern sollen”, erklärt Günter Kratz. „Statt sie bei Fremden oder in Tierpensionen unterzubringen, wollen viele Familien sie in ihrer vertrauten Umgebung betreut wissen. Das raten auch immer mehr Tierärzte.”

Auch für daheim gebliebene Angehörige sind die Haushüter da. „Sie sind aber ausdrücklich kein Pflegepersonal, dafür sind sie nicht ausgebildet”, stellt Günter Kratz klar. Sie vertreten lediglich die Familienmitglieder, reden mit den meist älteren Leuten, essen mit ihnen gemeinsam, achten darauf, dass sie ihre Medikamente nehmen.

Wer sein Büro während der Betriebsferien nicht allein lassen möchte, kann ebenfalls die Dienstleistung eines Haushüters in Anspruch nehmen. Der wird dann gewissermaßen zur Sekretärin, nimmt Anrufe entgegen, informiert den Firmenchef regelmäßig und kommuniziert mit Kunden. „So kann der Unternehmer sicher sein, dass ihm auch im Urlaub kein Auftrag verloren geht und seine Kunden zufrieden sind”, sagt Kratz.

Um solche Perlen zu buchen, können sich Interessenten an den Verband der Haushüter-Agenturen wenden, der den Kontakt zu einer Agentur in der betreffenden Region herstellt. Bis zur Abreise sollte allerdings noch etwas Zeit sein, denn die Auswahl des richtigen Haushüters ist recht aufwändig.

„Einem Haushüter sein Heim zu überlassen ist Vertrauenssache. Deshalb nimmt die Haushüter-Agentur rechtzeitig Kontakt mit den Auftraggebern auf, stellt einen geeigneten und zuverlässigen Haushüter vor und spricht im Detail ab, was zu erledigen und zu beachten ist.” Der Kunde hat die Auswahl, ob er lieber eine Dame, einen Herren oder vielleicht ein Ehepaar in seinen vier Wänden haben möchte. Wichtig ist, dass die Chemie stimmt. Die Entscheidung liegt in jedem Fall beim Kunden.

„Die Haushüter sind in der Regel erfahrene Senioren, die sehr umsichtig arbeiten”, erklärt Günter Kratz. „Sie hatten in ihrem Berufsleben oft verantwortungsvolle Aufgaben und wollen auch im Ruhestand Verantwortung übernehmen.

Für sie steht nicht der finanzielle Aspekt im Vordergrund. Sie wollen einen Tapetenwechsel und ein kleines Taschengeld ist natürlich auch nicht zu verachten.” Haushüter arbeiten auf Minijobbasis, sind bei der Minijobagentur angemeldet und während ihres Einsatzes bei der Berufsgenossenschaft versichert.

„Außerdem schließen die Mitgliedsagenturen unseres Verbandes für ihre Haushüter eine Betriebshaftpflicht- und eine Unfallversicherung ab. Diese kommen für Schäden auf, falls trotz aller Vorsicht einmal etwas zu Bruch gehen sollte oder sich ein Unfall ereignet.”

Die professionelle Dienstleistung hat natürlich ihren Preis. 55 bis 60 Euro kostet ein Haushüter pro Tag. Zusätzliche Aufwendungen wie die Betreuung von Personen, Haustieren, Büroservice und Fahrtkosten werden extra berechnet. Da Haushüten als haushaltsnahe Dienstleistung anerkannt ist, können Auftraggeber den Fiskus an den Kosten beteiligen.

20 Prozent der Aufwendungen bis zu 20.000 Euro im Jahr können von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Das entspricht einer Steuerersparnis von jährlich bis zu 4000 Euro.
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