Enge Bindung zu den Eltern mit dem Partner besprechen

Von: ddp
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Freudenstadt. Nesthocker stehen auf dem Singlemarkt nicht hoch im Kurs. Wer als Erwachsener noch bei seinen Eltern lebt, gilt schnell als unselbstständig und faul. Dabei lohnt sich oft ein Blick hinter das Klischee.

„Die geografische Entfernung zum Elternhaus ist nicht unbedingt ein Maß dafür, wie weit sich jemand emotional von seinen Eltern gelöst hat”, sagt Ulrich Giesekus, Paartherapeut aus Freudenstadt. Manche Menschen lebten zwar schon lange Hunderte Kilometer von ihren Eltern entfernt, fragten diese aber trotzdem noch bei jeder Entscheidung um Rat und Hilfe.

Das Hotel-Mama-Schema, bei dem das erwachsene Kind sich nur wenig von seinen Eltern gelöst hat und immer noch bekocht und verwöhnt wird, komme zwar oft vor. „Allerdings gibt es auch durchaus Leute, die zwar noch mit ihren Eltern unter einem Dach wohnen, dort aber ein eigenständiges Leben führen”, betont Giesekus.

Der Psychologe ist sich sicher: „Die emotionale Loslösung vom Elternhaus ist die Grundvoraussetzung für eine Partnerschaft.” Damit eine Beziehung funktionieren könne, müsse die Bindung zwischen den Partnern für beide an erster Stelle stehen.

Habe man den Eindruck, dass der Partner die Beziehung zu seinen Eltern immer noch über die Partnerschaft stelle, sollte man das ansprechen. „Anstatt einen Krieg mit den potenziellen Schwiegereltern zu führen, sollte man sich mit seinem Partner darüber auseinandersetzen, wie stark der Einfluss seiner Eltern auf sein Leben ist”, sagt Giesekus.

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