Eltern sollten Surfverhalten ihrer Kinder kennen

Von: Julia Kirchner, dpa
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Internet
Internetnutzung am Laptop. Foto: dpa

Berlin. Eltern sollten wissen, welche Internetseiten ihre Kinder regelmäßig besuchen. Sich penetrant hinter das surfende Kind zu stellen oder Verbote auszusprechen, bringt aber nicht viel. „Es muss Offenheit herrschen und immer wieder darüber geredet werden, welche Inhalte sich das Kind im Netz anschaut”, sagte Axel Dürr, Pressesprecher der Berliner Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten in Deutschland (ALM) dem dpa-Themendienst.

Der wichtigste Ratschlag für Eltern laute deshalb: sich kümmern. „Eltern dürfen sich davon nicht ausnehmen und sagen Mit Computer und Internet habe ich nichts zu tun.” Stattdessen müssten sie nachhaken und sich damit beschäftigen, welche Videos oder Musik ihre Kinder online anschauten oder anhörten.

Wie ein aktueller Bericht von jugendschutz.net zeigt, hat vor allem die Zahl rechtsextremer Internetseiten zugenommen. Laut der Initiative vernetzen sich Neonazis immer stärker über eigene Communitys und verbreiten ihre Inhalte auch über soziale Netzwerke wie Schüler- und StudiVZ, Facebook, Twitter oder MySpace. Kindern den Besuch diese Plattformen zu verbieten ist laut Axel Dürr aber nicht empfehlenswert: „Die jugendliche Kommunikation läuft nun mal über diese Seiten, damit muss man sich abfinden.” Für sinnvoller hält er es, einschlägige Seiten gemeinsam zu besuchen und Hinweise wie „Impressum” oder „Über uns” anzuklicken. Auch das Verfolgen einzelner Links könne aufschlussreich sein.

So würden Kinder dafür sensibilisiert, genauer auf den Verantwortlichen der Seite zu achten. „Sie werden sich eher die Frage stellen, wer hinter den Angeboten steckt oder wer diese Musikvideos hochgeladen hat.” Außerdem sollten Eltern ihren Kindern klar machen, dass viele Inhalte nie wieder aus dem Internet gelöscht werden können.

Bestimmte Filter, die Internetseiten aufgrund von Schlagworten sperren, bieten laut Dürr keinen ausreichenden Schutz: „Gerade bei Chats oder E-Mails rutscht da immer mal was durch.” Vor allem bei Chats sollten Kinder und Jugendliche deshalb die moderierte Version nutzen: „Ein Moderator achtet auf die Wortwahl der Diskussionen und schmeißt bestimmt auch mal Leute raus.”
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