Eltern als Vorbilder und Netzwerke gegen unbewegliche Kinder nötig

Von: dpa
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Tanz beim Sommerfest: Kinder, die sich bewegen, können sich besser konzentrieren. Foto: Timo Grau

Karlsruhe. Kindergärten, Schulen und staatliche Stellen müssen sich nach Ansicht von Experten gemeinsam stärker gegen Übergewicht und Bewegungsarmut bei Kindern engagieren. „Es gibt viele gute Modelle, aber sie sind zu wenig vernetzt”, sagte am Freitag Professor Klaus Bös vom Institut für Sport und Sportwissenschaften an der Universität Karlsruhe.

Anlässlich eines noch bis Samstag dauernden Kinderturn-Kongresses an der Hochschule forderte er aber auch: „Eltern müssen in stärkerem Maße ihre Vorbildfunktion wahrnehmen.”

Beim Lauf mit rund 1000 Kindern anlässlich des Kongresses habe sich erneut bestätigt: „Die Laufkompetenz der Kinder steht in keiner Relation zur Begeisterung”, sagte Bös. „Das macht einen ein Stück weit betroffen.” Die 750 Teilnehmer des Kongresses am Karlsruher Institut of Technology (KIT) - Wissenschaftler, Lehrer, Erzieher, Trainer und Vertreter der Verwaltung und Organisationen - haben deshalb zehn Thesen aufgestellt, wie Kinder sich mehr bewegen und gesünder essen können und wie Kompetenzen besser gebündelt werden.

„Gesundes Aufwachsen von Kindern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe”, so ein Fazit. In Schulen und Kindergärten müssten Kinder mehr darüber erfahren. Täglich müsse eine „qualifizierte Bewegungsstunde” eingebaut werden. Dies müsse sich in Bildungsplänen von Lehrern und Erziehern wiederfinden.

Obwohl neue Erkenntnisse einen eindeutigen Zusammenhang zwischen körperlicher und geistiger Fitness sehen, vermissen die Experten Konsequenzen in der Umsetzung. Der Sportunterricht müsse ernster genommen werden - auch von der Politik; etwa, wenn wieder einmal eine Turnstunde wegen Lehrerausfalls gestrichen wird.

In Karlsruhe wurd die Teilstudie des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des Robert Koch-Instituts zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen im Alter von 0-17 Jahren vorgestellt. Danach spielen Vier- bis Fünfjährige im Schnitt noch sechs Tage pro Woche im Freien. Die Elf- bis 17-Jährigen sind dagegen nur noch dreieinhalb Tage draußen. Nur 15,3 Prozent der vier- bis 17- Jährigen schaffen es täglich, sich eine Stunde richtig zu bewegen.

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