Ehrenamt Trauzeuge: Von den Hochzeitsbegleitern wird viel erwartet

Von: Maria da Silva, dapd
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Frankfurt a. Main/Hamburg. Die Wahl der Trauzeugen ist für viele Brautpaare eine wichtige Angelegenheit. „Indem man jemanden zu seinem Trauzeugen macht, verleiht man ihm eine besondere Stellung unter den Gästen und lässt ihn enger an der Trauung teilhaben”, sagt die Hamburger Hochzeitsplanerin Melanie Schmitz.

Viele ehren auf diese Weise ihren besten Freund oder auch einen Verwandten - auch wenn Zeugen rein (kirchen-)rechtlich nur bei einer katholischen Trauung wirklich zwingend sind.

Die ursprünglichen Aufgaben eines Trauzeugen gehen über eine Unterschrift am Hochzeitstag hinaus: „Eigentlich sollen diese Personen über die Ehe wachen und vermitteln, falls es mal Ärger gibt”, sagt Schmitz.

Heutzutage werden die Trauzeugen aber oft auch bei der Organisation der Feier eingespannt. „Die Trauzeugin beispielsweise ist in der Zeit vor der Hochzeit oft die rechte Hand der Braut und begleitet sie unter anderem zum Schneider und zum Friseur”, sagt die Autorin des Hochzeits-Ratgebers „Die Frau der Ringe”. Auch die Organisation des Junggesellenabschieds und die Koordination der Programmbeiträge werden oft von den Trauzeugen übernommen.

„Meistens planen die Zeugen außerdem noch eine besondere Überraschung für das Paar”, sagt Schmitz: Sie lassen beispielsweise die Brautleute ein Herz aus einem Laken ausschneiden, durch das der Bräutigam seine Angetraute dann trägt. Oder sie bauen einen Baumstamm auf, den das Paar gemeinsam durchsägen muss. „Manchmal organisieren die Trauzeugen auch Luftballons oder Tauben, die man nach der Trauung aufsteigen lässt”, ergänzt Friederike Mauritz, erste Vorsitzende des Bundes deutscher Hochzeitsplaner.

Ein Geschenk, von dem das Paar auch später noch etwas hat, ist eine Kiste mit guten Wünschen und einer Flasche Wein. „Sie wird am Festtag vom Brautpaar zugenagelt und darf erst an einem bestimmten Hochzeitstag geöffnet werden”, sagt Mauritz. Manche Trauzeugen schenkten den frisch Vermählten auch eine Kerze: „Diese können sie beispielsweise in schwierigen Zeiten anzünden und sich an ihren schönen Hochzeitstag und ihre Liebe zueinander erinnern”, sagt die Hochzeitsplanerin aus Frankfurt. Aber auch eine liebevoll gestaltete Hochzeitszeitung, eine Fotoshow mit Bildern aus dem Leben des Paares oder ein Kochbuch mit Rezepten der Gäste seien besondere Highlights, mit denen Trauzeugen das Paar überraschen können.

Angesichts so vieler Möglichkeiten empfiehlt Friederike Mauritz, Braut und Bräutigam frühzeitig zu fragen, was sie sich wünschen. Denn vielen Paaren sei nicht klar, dass es nicht die Pflicht der Trauzeugen sei, bestimmte Dinge zu organisieren. „Oft kommunizieren die Leute überhaupt nicht miteinander, und irgendwann gibt es dann Streit - manchmal zerbrechen daran sogar noch vor der Hochzeit Freundschaften”, berichtet die Expertin. Deshalb sollte man sich darüber unterhalten, welche Erwartungen das Paar hat und zu wie viel Engagement der Trauzeuge bereit ist, damit es keine Enttäuschungen gibt.

„Viele Trauzeugen sind in der Zeit vor der Hochzeit im Dauerstress und haben gar nichts von dem Fest”, weiß Melanie Schmitz. Auch wenn es dazugehöre, dass Trauzeugen mehr machen als andere Gäste, sollte man sich nicht zu viel aufhalsen und auch mal Aufgaben delegieren, empfiehlt die Expertin. „Brautpaare sollten Verständnis dafür haben, dass Trauzeugen nicht die komplette Hochzeit organisieren können. Schließlich müssen sie nebenher auch noch ihren eigentlichen Beruf ausüben”, gibt Friederike Mauritz zu bedenken.

Die Mühe, die viele Trauzeugen aufbringen, sollte man außerdem auch wertschätzen: „Das Brautpaar kann den Trauzeugen entweder im Rahmen der offiziellen Rede oder im persönlichen Gespräch danken”, sagt Mauritz. Je nach Aufwand sei es außerdem angebracht, den Helfern auch ein Geschenk zu überreichen oder sie für die Zeit nach der Hochzeit zum Essen oder zu einem Wellnesstag einzuladen.
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