Duschhocker und Salatschleuder mit Knopf: Hilfsmittel für Ältere

Von: Julia Kirchner, dpa
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Optimal ist eine bodengleiche Dusche - sie wird nicht zur Stolperfalle. Foto: dpa

Berlin. Lassen Kraft oder Motorik nach, sind Senioren auf leicht handhabbare Produkte angewiesen. Und es gibt zahlreiche Hilfsmittel für Bad, Wohnzimmer und Küche, die den Alltag erleichtern. Diese Hilfsmittel kann der Hausarzt verordnen.

Morgens geht es schon los. Der Reißverschluss lässt sich nicht mehr vernünftig greifen, das Messer flutscht weg. Und auch die Schnürsenkel lassen sich nur schwer zu einer Schleife binden. Wenn im Alter Kraft und Geschicklichkeit nachlassen, kann der Alltag schnell zur Last werden. Mit den richtigen Hilfsmitteln fällt aber vieles in der Wohnung leichter und macht unabhängig von anderen.

Helfer im Bad: Ein Duschhocker ist für alle geeignet, die am Waschbecken oder in der Dusche nicht lange stehen können. Praktisch sind höhenverstellbare Hocker, die eine rutschfeste Sitzfläche sowie Gummikappen über den Füßen haben.

Bei Waschbecken gibt es verschiedene Modelle. „Praktisch sind solche, die nicht so tief sind, so dass man sie zum Beispiel auch mit einem Rollstuhl unterfahren kann”, sagt Ingrid Krauß vom Internationalen Design Zentrum (IDZ) in Berlin. Sie beschäftigt sich unter dem Begriff „Universal Design” mit Produkten, die auch für Ältere leichter zu gebrauchen sind.

Mehr Sicherheit im Bad bieten Haltegriffe, zum Beispiel am Einstieg zur Dusche. „Es gibt mittlerweile integrierte Griffe, die man auch nutzen kann, um darüber Handtücher zu hängen”, erklärt Krauß. Am sichersten sind bodengleiche Duschen, erläutert die Stiftung Warentest in ihrem Buch „Leben und Wohnen im Alter”. Bei ihnen entfällt das mühsame Einsteigen, wenn Augen oder Gleichgewichtssinn schon etwas schwächer geworden sind.

Eine gute Möglichkeit, das Bad zu vergrößern, ist das Auswechseln der Türbeschläge: Dadurch geht die Tür nach außen auf. So lässt sie sich auch öffnen, wenn man bei einem Sturz davor liegt.

Ebenfalls unkomfortabel können tiefe Toilettensitze sein. Wer keine neue Toilette einbauen möchte, die von vornherein höher konstruiert ist, kann sich mit einer Sitzauflage aus dem Sanitätshandel behelfen. Günstige Modelle gibt es schon ab 30 Euro, luxuriöse Varianten mit Armlehnen können auch 270 Euro kosten.

Helfer in der Kücher: Bei vielen Küchenutensilien sind Kraft und eine gute Beweglichkeit der Finger gefordert. Flaschen mit Plastikschraubverschlüssen werden so für Ältere schnell zur Herausforderung. Dagegen helfen rutschfeste Öffner mit Hebelfunktion.

Salatschleudern gibt es auch mit Knöpfen am Deckel, die mit der Handfläche hoch und runtergedrückt werden müssen. „Das funktioniert wie ein Brummkreisel und geht auch mit wenig Kraft”, erklärt Krauß. Auch beim Geschirr können sich Senioren die Dinge erleichtern, wenn sie auf breite Ränder achten, die gut zu greifen sind. Teller mit erhöhten Rändern verhindern, dass das Brot beim Schmieren wegrutscht.

Baulich gesehen ist es laut Stiftung Warentest günstig, häufig genutzte Elektrogeräte wie Spülmaschine, Backofen oder Mikrowelle in Griff- oder Blickhöhe einzurichten. So muss man sich nicht bei jedem Handgriff bücken. Unterschränke können leichter genutzt werden, wenn sie große, leichtgängige Schubladen besitzen.

Allgemeine Hilfsmittel: Unbequem sind Steckdosen, vor denen man auf allen Vieren am Stecker des Staubsaugers oder anderen Geräten zerrt. Praktischer sind Steckdoseneinsätze, die mit einem Drehhebel ausgestattet sind. Durch Betätigen des Hebels löst sich der Stecker leichter aus der Steckdose.

Nicht mehr ganz neu ist das Seniorenhandy, das dank größerer Tasten einfacher zu bedienen sein soll. „Die Idee dahinter ist, von der überladenen Funktionalität wegzukommen”, erklärt Maria Stahl, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Produktergonomie an der Technischen Universität in Berlin. Das Problem sei aber, das Ganze ansprechend zu gestalten: „Diese großen Tasten waren so offensichtlich, dass sich viele Ältere stigmatisiert fühlten.” Das Ergebnis: Das Handy wurde von vielen nicht gekauft.

Dieses Paradox kennt auch Ingrid Krauß: „Die Designkomponente ist vielen Älteren bei Gegenständen sehr wichtig.” Sachen aus dem Sanitätshaus erfüllten nicht immer die optischen Ansprüche. Der Nachteil bei vielen von Designern entworfenen Produkten ist dagegen, dass sie oft nur über das Internet zu bestellen und teurer sind.

Hausarzt kann Hilfsmittel verordnen

Wer auf Produkte aus dem Sanitätshaus zurückgreifen will, sollte dafür seinen Hausarzt konsultieren: „Der Arzt kann die Hilfsmittel verordnen und das auch mit der Krankenkasse abklären”, sagt Helma Braun vom Pflegestützpunkt Hamburg-Mitte. Beraten lassen können sich Senioren auch bei Behindertenvereinen, die sich auf barrierefreies Wohnen spezialisiert haben.

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