Distanz in der Eltern-Kind-Beziehung akzeptieren lernen

Von: dapd
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Mutter / Kind / Liebe
Tatsächlich haben ihre Kinder eigentlich immer gleich lieb. Sollten sie allerdings das Gefühl haben, ein Kind mehr als das andere zu lieben, so ist das nicht schlimm, sondern nur eine Phase, sagen Experten. Foto: dpa

Köln. Eltern möchten gerne all ihren Kindern Liebe und Geborgenheit schenken. Doch manche Mütter und Väter plagt das schlechte Gewissen, weil sie eines ihrer Kinder lieber mögen als das andere.

„Meistens hat das gar nichts damit zu tun, dass man seine Kinder tatsächlich ungleich liebt”, sagt Corinna Knauff, Autorin des Ratgebers „Ich bin eine gute Mutter!”. Dieses Gefühl drücke eher aus, dass man einem Kind näher sei als seinem Bruder oder seiner Schwester. Das Kind, zu dem man mehr Nähe empfinde, entspreche oft den positiven Erwartungen der Eltern, während das andere Kind den Eltern ihre unbewussten Schwächen, die sie selbst an sich nicht wahrhaben möchten, widerspiegle.

Möglicherweise habe man mit dem anderen Sprössling momentan öfter Probleme, beispielsweise in der Pubertät, und spüre daher eine größere Distanz. Erinnere man sich an andere Phasen, in denen man seinem Kind näher war, spüre man auch die tiefe Liebe zu ihm wieder deutlich.

Es sei wichtig zu akzeptieren, dass jedes Kind eine andere Persönlichkeit habe und dadurch auch die Beziehungen der Eltern zu ihren Kindern unterschiedlich und voneinander unabhängig seien, betont die Pädagogin aus Köln. Stelle man fest, dass man seinem Kind gerade keine Nähe geben könne, könnten andere Personen diese Aufgabe übernehmen. „Vielleicht haben ja der Vater oder die Großmutter gerade einen besseren Draht zu dem Kind”, sagt Knauff.

Wichtig sei aber auch, dass man selbst den Kontakt nicht verliere und die Konflikte mit seinem Kind aushalte. „Denn auch im Streit findet Begegnung statt und man merkt, dass man sich nicht gleichgültig ist”, betont Corinna Knauff. Man signalisiere dem Kind auch durch Reibereien, dass man sich dafür interessiert, wie es ihm geht. „Das Beziehungsgefüge innerhalb einer Familie ist flexibel und es kann sein, dass sich die Konstellation auch wieder komplett ändert”, betont die Autorin. Leide man stark unter den ungleichen Gefühlen seinen Kindern gegenüber, könne der Besuch einer Erziehungsberatungsstelle weiterhelfen.
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