Berlin - Die private Verwendung der Stammzellen

Die private Verwendung der Stammzellen

Von: vo
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Schwanger
Schon vor der Geburt müssen sich Eltern für die Einlagerung entscheiden. Foto: redgular (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Berlin. Eltern wollen vor allem die Sicherheit und Unversehrtheit ihres eigenen Kindes garantieren. Hierzu zählen die detaillierte Information über die Gesundheit und Pflege von Babys.

Aber auch Maßnahmen zur Verhinderung des plötzlichen Kindstods und natürlich eine gesunde Lebensweise während der Schwangerschaft. Doch Eltern können noch mehr tun und die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut exklusiv für ihr eigenes Kind einlagern lassen. Von dieser Entscheidung profitieren ausschließlich das eigene Kind und die Familie, denn die Stammzellen stehen alleine ihnen zur Verfügung. Krankheiten, die im Laufe des weiteren Lebens auftreten, können durch das Nabelschnurblut und seine Stammzellen geheilt werden.

Zu den Erkrankungen, bei denen die Heilungschancen durch Stammzellen möglicherweise erhöht werden können, zählen:

- Diabetes

- Multiple Sklerose

- Alzheimer

-  Schlaganfall

- Neuroblastom

- Retinoblastom

- Sichelzellenanämie

- Hodgkin-Lymphom

Entscheidend für das Gelingen dieses Vorhabens ist die Auswahl eines professionellen Anbieters, der sich mit der korrekten Verfahrensweise bei der jahrelangen Sicherung der Stammzellen auskennt.

Eltern, die Stammzellen privat sicher einlagern möchten, sollten zudem darüber nachdenken, wie lange das Nabelschnurblut aufbewahrt werden soll. Ein langer Zeitraum von 50 Jahren ist dabei problemlos möglich, sodass das Kind sogar als Erwachsener noch von seinen Stammzellen profitieren kann.

Je nach Modell und Dauer bedeutet die Einlagerung des Nabelschnurblutes die Zahlung recht beträchtlicher Geldbeträge, weswegen Eltern schon frühzeitig über die Finanzierung des Vorhabens nachdenken sollten. Finanzielle Aspekte sollten jedoch im besten Fall nicht dazu führen, dass an der Gesundheit des eigenen Kindes gespart wird.

Vor- und Nachteile der privaten Einlagerung

Vorteile

Nachteile

Eigene Stammzellen sind besonders verträglich und haben eine hohe Heilwirkung.

Unter Umständen ist die private Einlagerung eine finanzielle Belastung.

Das Abstoßungsrisiko bei eigenen Stammzellen entfällt.

Die Chance, dass jemand im Laufe des Lebens erkrankt und ihm dann die eigenen Stammzellen helfen, schätzen Experten recht gering im Hinblick auf die aktuellen Therapiemöglichkeiten ein.

Eingelagerte Stammzellen können möglicherweise auch kranken Geschwistern oder Familienmitgliedern helfen.

Bestimmte Formen der Leukämie können mit dem eigenen Nabelschnurblut nicht behandelt werden, da die Stammzellen wahrscheinlich die Disposition für die Krankheit enthalten. Hier wird immer eine allogene Spende bevorzugt.

 

Spenden und anderen helfen

Nebst der privaten Einlagerung von Stammzellen besteht die Möglichkeit, das Nabelschnurblut an eine öffentliche Blutbank zu spenden. Die so gewonnenen Stammzellen werden in einem Pool bei einer Blutbank gelagert und stehen allen Menschen zur Verfügung, die auf sie angewiesen sind.

Eltern, die sich hierfür entscheiden, haben häufig das Bedürfnis, auch anderen Menschen im Krankheitsfall zu helfen und möglicherweise Leben zu retten. Nachdem das Nabelschnurblut entnommen wurde, wird es zur Blutbank transportiert und seine Merkmale in einem Register erfasst, indem Mediziner nach geeigneten Spendern suchen können. Findet sich dann im Laufe der Zeit ein passender Empfänger, so steht ihm das Nabelschnurblut zur Verfügung und eine rasche Heilung ist möglich. Die Spende von Nabelschnurblut an eine öffentliche Blutbank ist für die Familie vollkommen kostenfrei.

Doch es ist nicht nur möglich, losgelöst von potenziellen Empfängern der Stammzellen zu spenden. Bei der sogenannten gerichteten Spende wird das Nabelschnurblut entnommen und an ein Familienmitglied gespendet, das diese Hilfe dringend gebrauchen kann. Erkrankt also beispielsweise ein Geschwisterkind vor der Geburt des Neugeborenen an Leukämie, so kann eine gerichtete Spende an dieses Kind erfolgen. Hierbei entstehen für die Familie ebenfalls keine Kosten, denn die gerichtete Spende wird von den Krankenkassen gezahlt.

 

Vor- und Nachteile der öffentlichen Spende:

Vorteile

Nachteile

Es kann anderen Menschen geholfen werden.

Es gibt keine Garantie, dass das Blut dem eigenen Kind zur Verfügung stehen wird.

Spenden viele Menschen, erhöht sich die Handlungsfähigkeit der Blutbanken.

Nur die besten Stammzellen werden eingelagert. Das sind maximal 40 Prozent der eingehenden Spenden.

Die Einlagerung ist kostenfrei.

 

 

Wie Stammzellen entnommen und aufbewahrt werden

Die Entnahme von Nabelschnurblut ist für Mutter und Kind vollkommen risikofrei. Erst nach der Geburt wird das Blut von einem fachkundigen Mediziner entnommen und in ein geeignetes Behältnis gegeben. Es ist hierbei ganz egal, ob das Kind per Kaiserschnitt oder im Rahmen einer natürlichen Geburt zur Welt gekommen ist.

Der versiegelte Behälter wird anschließend an die Blutbank übergeben, die in ihrem Labor gründliche Tests durchführt. Hier wird zunächst geprüft, ob sich im Blut ausreichend Stammzellen finden, denn nicht immer genügt deren Anzahl für eine erfolgreiche Einlagerung. Ein Test auf möglichen Viren, Bakterien und Pilzbefall im Nabelschnurblut erfolgt ebenfalls vor der Einlagerung.

Um in der Zukunft die Eignung des Nabelschnurblutes für seinen Empfänger feststellen zu können, wird außerdem der HLA Gewebetyp festgestellt. Die Humanen Leukozyten Antigene müssen für eine erfolgreiche Übertragung an den Empfänger in mindestens vier von sechs Merkmalen übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, so kann es zu gefährlichen Abstoßungsreaktionen kommen.

Sind alle Tests erfolgt und eignet sich das Nabelschnurblut zur Einlagerung, so wird es im nächsten Schritt kryokonserviert. Hier braucht es für die Aufbewahrung laut Focus eine Temperatur von etwa -190 Grad, damit sich die Stammzellen im Laufe der Zeit nicht negativ verändern und ihr Potential verlieren. Sicher aufbewahrt halten sich Stammzellen über Jahre und Jahrzehnte. 

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