Die positive Wirkung des gemeinsamen Singens mit Kindern

Von: vo
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Singen
Das Singen in der Gruppe hat großen Einfluss auf die Gesundheit, das Gemeinschaftsgefühl und das eigene Glück. Foto: pixabay.com © delphinmedia (CC0 1.0)

München. Singen macht Spaß, doch nicht nur das. Musik führt zu positiven hormonellen Veränderungen, wirkt sich direkt auf die Gesundheit aus und fördert nicht zuletzt auch die Gemeinschaft.

Musik als Teil der Menschheit

Musik und Gesang gehören schon seit Anfang an zur Geschichte der Menschheit. Sie drücken Emotionen aus, Freude und Leid. Sie gehören zur Kultur und haben sich vom Stammesgesang zu verschiedenen Musikkulturen entwickelt. Egal, ob Volksmusik, Klassik, Schlager, Rock oder Pop.

Eine Tradition geht immer mehr verloren. Dabei wird es den Eltern immer leichter gemacht. Neben flächendeckenden Angeboten zu Musikkursen für Kinder, werden auf unzähligen Internetseiten Kinderlieder kostenlos zum Download angeboten, und auch auf YouTube wird zum Mitsingen angeregt.

Doch nicht nur die Tradition ist ein Grund, gemeinsam mit Kindern zu singen. Die Wirkung von Musik auf die Gesundheit ist mehrfach wissenschaftlich bewiesen worden und wird laufend von weiteren Studienergebnissen bestätigt.

Singen macht glücklich

Der eigene Gesang wirkt direkt auf die Zirbeldrüse, die daraufhin vermehrt körpereigene Glückshormone ausschüttet, allen voran Beta-Endorphine, Serotonin und Noradrenalin. Auch das Oxytocin, bekannt als Bindungshormon bekannt, wird vermehrt gebildet. Singen ist stimmungserhellend und kann sogar Schmerzen lindern.

Gleichzeit baut das Singen Stress ab, denn es senkt den Kortisol-Spiegel und hemmt die Testosteronbildung. Spannungen und Aggressionen werden verringert, sodass der Gesang durchaus gewaltpräventiv sein kann.

Singen ist gesund

Musik wirkt auf Umwegen über den Hirnstamm und das limbische System auf Hypothalamus und das vegetative Nervensystem mit seinen zwei Ästen Sympathikus und Parasympathikus. Je nachdem, ob die Musik beruhigend oder stimulierend ist, wirkt sie unterschiedlich auf den Körper.

Ruhige Musik hat einen niedrigeren Puls und ein Senken des Blutdrucks zur Folge. Sie wirkt entspannend und führt dazu, dass sich die Skelettmuskulatur lockert.

Bei stimulierender Musik ist das Gegenteil der Fall. Und genau diese Mischung ist es, die sich positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Das vermehrt ausgeschüttet Melatonin fördert den erholsamen Schlaf, unterstützt das Immunsystem und soll sogar eine tumor- und krebshemmende Wirkung haben. Auf das Immunsystem hat auch das Immunglobulin A einen großen Einfluss. Dieses wird ebenfalls vermehrt ausgeschüttet, bis zu 240%, wie diese Studie beweist.

Auch die inneren Organe werden in ihrer Arbeit angeregt. Verantwortlich dafür ist das Zwerchfell, dessen Muskulatur während des Singens trainiert wird.

Die richtigen Töne gelingen nur beim ausreichenden Atmen. Daher verwundert es nicht, dass das Herz-Kreislaufsystem während des Singens besonders gut mit Sauerstoff versorgt wird. Durch die verlängerte Ausatmungsphase werden zudem Lunge und Atemmuskulatur gestärkt und gewinnen an Elastizität. Genau dieser Phase wird eine zusätzlich entsäuernde und entschlackende Wirkung nachgesagt.

Von der Musik sollen auch Herzpatienten profitieren. Wissenschaftler fanden im Jahr 2013 heraus, dass sich der gesundheitliche Zustand von Menschen mit koronaren Herzerkrankungen durch das Musikhören verbessert. Die Patienten hörten zusätzlich zum Fitnesstraining Musik verschiedenster Richtungen. Bereits nach drei Wochen konnte eine verbesserte Gefäßfunktion festgestellt werden.

Gemeinsames Singen fördert die Gemeinschaft

Beim gemeinsamen Singen ist Rücksichtnahme erforderlich. Wer miteinander singt, muss zuhören, sich in den Rhythmus einfinden und das Gleichgewicht zwischen laut und leise finden. Durch das gemeinsame Singen kommt es zu einer einheitlichen Schwingung, der Herzschlag Einzelner passt sich immer mehr der Gruppe an, es entsteht ein Gefühl der Nähe. Dies fördert die Gemeinschaft.

Kinder und Jugendliche, die regelmäßig singen, sollen laut Untersuchungen ein besseres Sozialverhalten aufweisen, mehr Hilfsbereitschaft zeigen, seien anderen gegenüber toleranter und sozial engagierter. Innerhalb von Gesangsgruppen sei zudem das Gemeinschaftsgefühl größer und die Ausgrenzung Einzelner seltener.

Musik beeinflusst die Gene

Seit kurzen sind sich Forscher nun auch sicher: Musik verändert die Genaktivität. Allerdings nur bei musikalisch vorgebildeten Menschen. So sind bei diesen Menschen während des Musikgenusses Gene aktiver, die für kognitive Leistung und das Lernen zuständig sind. Gene mit hirnzellschädigender Wirkung werden dagegen gehemmt. Es wird deshalb sogar vermutet, dass Musik vor Alzheimer schützen kann. Weitere Informationen zu dieser Studie sind hier zu finden.

Macht Singen schlau?

Frühförderung ist umstritten - zumindest dann, wenn Kinder unter Zwang Englisch lernen, Geige spielen oder auch singen müssen. Frühes Hören von Mozart macht auch nicht so schlau, wie früher gedacht, da ist man sich heute sicher. Sprachgefühl und Stimme profitieren dennoch davon.

Nicht umsonst gilt die "Singtherapie" zu den logopädischen Behandlungen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kinder, die regelmäßig singen, nur selten Sprachförderung benötigen. Genauso soll die Lese- und Rechtschreibleistung vom regelmäßigen Singen profitieren. Einige Mediziner sprechen beim Singen sogar von einem "Entwicklungsbeschleuniger".

Wichtig ist, dass Kinder nicht zum Singen gezwungen werden. Wer in jungen Jahren negative Erfahrung mit dem Singen gemacht hat, weil er zum Beispiel dazu genötigt wurde, zum Musikunterricht zu gehen, steht dem Gesang auch als Erwachsener oft noch negativ gegenüber. Die gleichen Menschen werden später als Eltern ihren Kindern nur schwer die Freude am gemeinsamen Singen vermitteln können.

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