Den Kontakt zu den erwachsenen Kindern aktiv pflegen

Von: dapd
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Viele Senioren wünschen sich mehr Kontakt zu ihren erwachsenen Kindern. Aus Sorge, ihrem Nachwuchs auf die Nerven zu gehen, äußern Eltern dieses Bedürfnis jedoch häufig nicht. Foto: dpa

Nürnberg. Viele Senioren wünschen sich mehr Kontakt zu ihren erwachsenen Kindern. Aus Sorge, ihrem Nachwuchs auf die Nerven zu gehen, äußern Eltern dieses Bedürfnis jedoch häufig nicht.

„Das Grundproblem ist, dass in den Familien nicht über solche Erwartungen gesprochen wird”, sagt Corinne Reichhart von der Psychosomatischen Tagesklinik für Ältere in Nürnberg. Oft spürten die jungen Leute trotzdem, dass ihre Eltern mehr von ihnen erwarten, und fühlten sich unter Druck gesetzt.

„Deshalb ist es wichtig, dass Senioren dieses Thema bei ihren Kindern ansprechen”, sagt die Diplom-Psychologin. Man sollte ganz offen fragen, wie Sohn oder Tochter sich die Beziehung zu den Eltern vorstellen, welche Form des Kontakts und welche Häufigkeit sie gut finden.

„Eine klare Regelung macht es für beide Seiten einfacher”, sagt Reichhart. Wenn man die Gewissheit habe, dass beispielsweise ein Anruf pro Woche die Kinder überhaupt nicht stört oder dass ein Besuch nur alle zwei Wochen möglich ist, müsse man sich nicht immer wieder Gedanken darüber machen, habe eine Orientierung und erspare sich vor allem Enttäuschungen.

Eltern sollten die Initiative ergreifen

Grundsätzlich empfiehlt Reichhart Senioren, beim Kontakt mit ihren Kindern immer wieder die Initiative zu ergreifen. „Die jungen Leute sind oft beruflich und familiär sehr eingespannt”, gibt die Diplom-Psychologin zu bedenken. Anstatt darauf zu warten, dass Tochter oder Sohn zum Hörer greifen, sollte man also über seinen Schatten springen und selbst anrufen.

„In manchen Fällen haben Eltern und Kinder auch deshalb so wenig Kontakt, weil es Konflikte gab”, sagt Corinne Reichhart. Häufig gebe es beispielsweise Streit, weil die Eltern den Partner des Kindes ablehnen oder weil sich Geschwister untereinander ungerecht behandelt fühlen. Auch die Erziehung der Enkelkinder sei ein klassisches Konfliktthema.

Habe man sich in der Vergangenheit zu sehr in die Angelegenheiten seiner Kinder eingemischt, sei es wichtig, sich dafür zu entschuldigen. „Manchmal ist es leichter, so etwas in einem Brief zu formulieren”, sagt die Expertin. So lasse man dem anderen auch etwas Zeit, um über die Situation nachzudenken. Manchmal könne auch eine Familienberatungsstelle dabei helfen, alle an einen Tisch zu bekommen und alte Konflikte beizulegen.
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