Betreute Fahrten für Jugendliche: Einstieg in den Urlaub ohne Eltern

Von: dapd
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Berlin/Braunschweig. Familienurlaub finden Jugendliche meistens ziemlich langweilig. Sie wollen lieber mit Freunden wegfahren - weit weg von den wachsamen Augen ihrer Eltern.

Laut der Sprecherin des Bundesjustizministeriums, Anne Katharina Zimmermann, steht dem rein rechtlich gesehen auch nichts im Weg: „Es gibt es keine gesetzliche Vorschrift, die es verbietet, einen Minderjährigen ohne Aufsichtsperson in den Urlaub zu schicken.”

Allerdings hätten die Eltern bis zur Volljährigkeit ihres Kindes das Aufenthaltsbestimmungsrecht - das heißt, sie dürfen entscheiden, ob und wohin es verreist. Zudem gelte bei Minderjährigen die Aufsichtspflicht: „Richtet der Jugendliche also einen Schaden an, müssen die Eltern möglicherweise dafür aufkommen”, sagt Zimmermann.

Erziehungsexperte Frank Hofmann empfiehlt, Jugendliche behutsam an das selbstständige Reisen heranzuführen. „Für den Anfang kann man seinem Kind vielleicht erlauben, ohne die Eltern einen Tagesausflug in eine andere Stadt zu machen”, sagt der Leiter der Erziehungsberatungsstelle am Domplatz in Braunschweig. Als nächster Schritt sei eine organisierte Reise unter Aufsicht ein guter Kompromiss - etwa eine Sprachreise oder eine Jugendfreizeit.

Erlaube man seinem Kind, ohne Erwachsene zu verreisen, sollte man bestimmte Rahmenbedingungen aushandeln. „Grundsätzlich sind Jugendliche besser geschützt, wenn sie in einer Gruppe verreisen und nicht allein unterwegs sind”, sagt Hofmann. Hier würde er als Elternteil auch darauf bestehen, dass er die Freunde kennt, die mitreisen.

„Außerdem würde ich mich über das Urlaubsziel der Jugendlichen informieren und für abends eine Ausgehzeit vereinbaren”, sagt der Erziehungsexperte. Wichtig sei zudem, die Kinder zu ermahnen, auf jeden Fall beisammen zu bleiben - auch, wenn sie sich mal streiten.

Hofmann rät Eltern davon ab, ihr Kind mit Kontrollanrufen zu nerven. „Das führt meistens nur zu Schwindeleien”, sagt er. Besser sei es, dem Jugendlichen die Verantwortung zu übertragen, dass er bei Problemen oder Planänderungen von sich aus anruft.

Klappe der Teenie-Urlaub reibungslos, sei das nicht nur für die Jugendlichen, sonder auch für ihre Eltern eine wichtige Erfahrung. „So baut man Sicherheit auf und kann beim nächsten Mal mehr Freiheiten zugestehen - beispielsweise eine Reise an einen weiter entfernten Ort”, sagt Hofmann.
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