Aachen - Besserwisserei vom Beifahrersitz kann gefährlich werden

Besserwisserei vom Beifahrersitz kann gefährlich werden

Von: ddp
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Kaum etwas nervt Autofahrer mehr als besserwisserische Beifahrer. Foto: ddp

Aachen. Kaum etwas nervt Autofahrer mehr als besserwisserische Beifahrer. Ständige Kommentare wie „Fahr nicht so schnell!” oder „Wieso bremst du nicht?” haben schon in den besten Ehen für manche Verstimmung gesorgt.

„Dabei haben die Anmerkungen von der Seite zunächst wenig mit Besserwisserei zu tun”, klärt der Aachener Paartherapeut Volker van den Boom auf. Der Grund sei eher, dass Beifahrer innerlich mitführen und daraus Erwartungen entstünden, die nicht unbedingt deckungsgleich seien mit der tatsächlichen Fahrweise des Fahrers.

Dass der Beifahrer selbst nicht lenken, schalten und bremsen müsse, komme erschwerend hinzu, sagt van den Boom. Er könne daher nämlich das Verkehrsgeschehen aufmerksamer wahrnehmen und Situation folglich anders einschätzen.

Zu berücksichtigen sei außerdem, dass der Beifahrer keine Kontrolle über das Auto habe und der Person hinterm Steuer vertrauen müsse. „Je nachdem, wie ängstlich oder schreckhaft ein Mensch ist, kann das ein Gefühl der Unsicherheit, des Ausgeliefertseins hervorrufen”, erläutert van den Boom.

Er empfiehlt Paaren, sich regelmäßig am Steuer abzuwechseln. Der Perspektivwechsel könne notorischen Nörglern vor Augen führen, wie störend Kommentare zur Fahrweise sind. „Sie nerven aber nicht nur, sondern sind geradezu gefährlich, weil sie den Fahrer davon ablenken, sich auf den Verkehr zu konzentrieren”, hebt van den Boom hervor. Beifahrer sollten sich daher mit Beschäftigungen ablenken, etwa ein Buch lesen. „Sie sollten versuchen, sich gezielt zurückzunehmen”.

Fahrern rät der Paarpsychologe, dauernde Bemerkungen mit der Frage „Willst du fahren?” auszubremsen. Sollte dies nicht gelingen, bleibe noch: „An die Seite fahren und halten!”

„Grundsätzlich sind Männer und Frauen als Beifahrer genauso nervig”, betont van den Boom. Dennoch gebe es einen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Männer hielten sich in der Regel für die besseren Fahrer und ihren eigenen Fahrstil für den vorbildlichsten überhaupt. In ihren Kommentaren neigten sie daher eher dazu, rechthaberisch und rigide zu sein. Bei Frauen sei dieses Phänomen seltener. Statt zu verbessern, äußerten sie eher ihre Ängstlichkeit über den riskanten Fahrstil.
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