Beim Kindergarten ist der erste Eindruck wichtig

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:

Gütersloh. Chinesisch-Unterricht und Betriebswirtschaftslehre für Dreijährige, musikalische Früherziehung und Kleinst-Knigge-Kurse - manche Kindergärten und Kindertagesstätten überbieten sich gegenseitig mit ihrem Bildungsangebot.

Viele Eltern haben deshalb die Qual der Wahl. Beate Irskens, Projektmanagerin im Bereich „Wirksame Bildungsinvestitionen” der Bertelsmannstiftung in Gütersloh, rät: „Das Wichtigste bei der Auswahl des Kindergartens ist, dass sich sowohl die Eltern als auch die Kinder wohlfühlen und man gleich vom ersten Augenblick an das Gefühl hat: Ja, hier sind wir richtig!”

Die Expertin gibt zu bedenken, dass es bei der Auswahl des Kindergartens immer zwei Perspektiven gebe: „Die Eltern sehen in dem Kindergarten nicht nur eine Betreuungsstelle, sondern die erste Bildungsstätte ihrer Kinder und die Kleinen nehmen natürlich die Umgebung, die Spielsachen und die Atmosphäre wahr”, erläutert die Expertin.

Deshalb müssten bestimmte Rahmenbedingungen gewährleistet sein: Die Öffnungszeiten müssen mit den Betreuungswünschen der Eltern übereinstimmen, die Kita sollte gut erreichbar sein, das Gebäude und das Außengelände freundlich wirken. Und auch im Inneren seien bestimmte Dinge unerlässlich: „Die Räume müssen viel Bewegungsmöglichkeiten und Flexibilität bieten. Es sollte kein Sitzkindergarten sein, sondern ein Bewegungskindergarten mit Rückzugsmöglichkeiten”, sagt die Expertin aus Gütersloh. Zudem müssen sich die Kinder gut orientieren können.

Erzieherinnen und Eltern müssen kooperieren

Und auch der Umgang untereinander müsse passen. „Schätzen die Erzieherinnen die Ideen und die Neugier der Kinder? Werden ihnen spannende, auch nicht-alltägliche Anregungen geboten, wie beispielsweise eine Bewegungsbaustelle, Wassertage, Musiktage? Lernen die Kinder selbstständig zu werden, Streit zu schlichten und das Zusammenspiel mit anderen?”

Hinzu komme natürlich auch die Kooperationsbereitschaft der Erzieherinnen gegenüber den Eltern. „Es ist sehr wichtig, dass die Erzieherinnen das Kind beobachten und die Eltern sowohl über Fortschritte ihres Kindes als auch über Förderungsbedürfnisse in bestimmten Bereichen wie Sprache, Motorik oder Kreativität informieren”, sagt Irskens.

Generell lehnt die Bildungs-Expertin exotische Angebote wie Chinesisch- oder Englisch-Unterricht nicht ab. Wichtig sei dabei allerdings, dass die Kinder nicht dazu gezwungen werden: „Die Kleinen müssen immer auch ihren eigenen Interessen nachgehen dürfen. Sonst sitzen demnächst kleine, gestresste Manager in unseren Kindergärten.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert