Bei der Gestaltung des Kinderzimmers sind klare Strukturen wichtig

Von: Michaela Kaebe, ddp
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Kinderzimmer
Kein anderer Raum hat so viele Funktionen wie das Kinderzimmer. Ruheraum und Spielbereich, Kreativzone und Arbeitszimmer - und das alles - in vielen Wohnungen - auf engstem Raum. Foto: ddp

Berlin/Schweinfurt. Kein anderer Raum hat so viele Funktionen wie das Kinderzimmer. Ruheraum und Spielbereich, Kreativzone und Arbeitszimmer - und das alles - in vielen Wohnungen - auf engstem Raum. „Kleine Räume gewinnen, wenn man sie klar strukturiert, die verschiedenen Bereiche zum Beispiel farblich voneinander trennt”, empfiehlt die auf Kinderräume spezialisierte Berliner Architektin Angélique Furtwängler (<a href="http://spielraum-lebensraum.de" target="_top">http://spielraum-lebensraum.de</a>).

Eine klare Struktur erleichtere es Kindern, Ordnung zu verstehen und zu halten. Im Spielbereich dürfe das Kind Sachen zum Weiterspielen auch mal liegenlassen: „In einem kleinen Zimmer kann das ein Spielteppich sein, in einem größeren Zimmer vielleicht ein Podest.” Dieser Platz sollte idealerweise in Fensternähe sein, damit das Kind zum Spielen Tageslicht hat.

Wichtig fürs unbeschwerte Spielen, gerade bei kleineren Kindern, sei ein warmer Bodenbelag. „Auch auf Holzböden würde ich im Kinderzimmer Teppich legen”, rät die Expertin. Wer den Bodenbelag selbst bestimmen könne, der sei mit Kork gut beraten. Ideal sei eine Fußbodenheizung.

Furtwängler entscheidet die Farben eines Zimmers auf Grundlage einer Feng Shui-Analyse. „Es gibt Farben, die das Kind stärken”, sagt sie. Meist würden diese mit den Wünschen des Kindes übereinstimmen. „Ich nehme viel Rücksicht darauf, was die Kinder wollen.” Ändere sich der Geschmack des Kindes, sei das kein großes Problem: „Farben sind ja nichts Statisches, man kann ja jederzeit umstreichen.”

Wichtig sei allerdings, dass die Farben zur Funktion des Zimmerbereichs passten: „Wo die Kinder schlafen, sollten die Farben gedeckter sein, in den Aktivbereichen darf es lebhafter zugehen.” Ob man mit Farbflächen oder komplett bunten Wänden arbeite, sei Geschmackssache und komme auch auf den Umgang mit Farbe in den anderen Räumen an. „Das Kinderzimmer sollte nicht unbedingt eine ganz andere Anmutung haben.” Von bildhaften Motiven an der Wand rät sie ab - zu schnell würden sich Interessen und Wünsche der Kinder ändern.

Das sei auch beim Möbelkauf zu bedenken, sagt Rahel Reinhart, Interieur Designerin aus Schweinfurt. So wichtig es sei, dass die kleinen Bewohner mitbestimmen und ihren eigenen Geschmack verwirklichen dürfen, die Möbel sollten möglichst neutral gehalten sein: „Die Prinzessinnen- oder Piratenphase kann man über Wandfarbe, Textilien oder Accessoires ins Zimmer bringen. Dann braucht man, wenn die Phase vorbei ist, nur einen Eimer Farbe, einen neuen Betthimmel oder eine andere Bordüre und muss das Zimmer nicht komplett austauschen.” Wer Kindermöbel langfristig nutzen möchte, dem rät sie zu schlichten Massivholzmöbeln: „Die sind sehr wandlungsfähig, passen zu jeder Dekoration, und man kann sie auch lackieren oder lasieren, wieder abschleifen und andere Farben auftragen.”

In kleinen Räumen seien Möbel gefragt, die die Höhe des Raumes ausnutzen. „Ein Hochbett schafft mehr Spielfläche oder Platz für eine Übernachtungsmöglichkeit für Freunde.” Auch hohe Schränke und Regale seien sinnvoll. Darin sollten Dinge, die das Kind viel benutzt, unten griffbereit stehen, der Raum darüber kann als Stauraum genutzt werden. „Man kann Spielsachen dann auch von oben nach unten durchtauschen, dann bleiben sie länger spannend.” Offene Regale seien wichtig, damit das Kind seine Dinge im Blickfeld habe und auch selber aufräumen könne, allerdings sollten auch Schränke mit Türen vorhanden sein: „Sonst wird der Raum zu unruhig und wirkt unordentlich.” Eine gute Lösung für mehr Stauraum seien Regale, die in Türrahmenhöhe angebracht sind. Da sie nicht im Blickfeld seien, komme durch sie keine Unruhe auf.

Auch Rollkisten, am besten mit einem Bild der Dinge, die hineingehören darauf, helfen dem Kind, Ordnung zu halten, sagt Furtwängler. Überflüssig sei dagegen im Zimmer eines noch jungen Kindes ein Schreibtisch: „Noch während der gesamten Grundschulzeit machen die meisten Kinder ihre Hausaufgaben am liebsten dort, wo die Eltern sind.” Wenn dann später ein Schreibtisch angeschafft wird, sollte er, ebenso wie der Stuhl, höhenverstellbar sein.

Die richtige Größe ist auch für das Bett wichtig: „Betten sollten altersgerecht sein. Manche Kinder fühlen sich in großen Betten einsam und verloren - und kommen dann lieber ins Bett der Eltern”, sagt die Architektin. Wolle man kein Kinderbett anschaffen, könne man dem Kind im großen Bett auch mit Schaumstoffrollen ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln.

Wichtig ist auch eine gute Beleuchtung, sagt Reinhart: „Kinderlampen sind oft, auch aus Sicherheitsüberlegungen, sehr schwach. Aber eine helle Grundbeleuchtung sollte vorhanden sein. Bei einer Deckenleuchte können es schon 60 Watt oder etwas mehr sein - das Risiko, dass die Kinder da rankommen oder etwas leicht Entflammbares dagegenkommt, ist gering.” Ein dimmbares Abendlicht, zum Beispiel als Wandleuchte, und bei älteren Kindern eine Nachttisch- und Schreibtischlampe ergänzen die Beleuchtung.

Teilen sich mehrere Kinder ein Zimmer, sollte jedes seinen eigenen Bereich haben. Furtwängler empfiehlt, die Bereiche durch die Wunschfarben des jeweiligen Kindes zu kennzeichnen. Reinhart empfiehlt, mit Schränken oder Regalen als Raumteiler zu arbeiten. Bei jüngeren Kindern seien auch Schiebegardinen denkbar: „Die kann man bei Bedarf zur Seite schieben und so einen großen Spielbereich schaffen. Aber je älter die Kinder werden, desto wichtiger wird der eigene Bereich.”
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