Mengwi - Barfuß im Brautkleid: Entspannter heiraten auf Bali

Barfuß im Brautkleid: Entspannter heiraten auf Bali

Von: Christiane Oelrich, dpa
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Hochzeit auf Bali
Tropenflair und Fotograf inklusive: Sandra und Kai Ritter haben sich für ein Heirats-Pauschalpaket auf Bali entschieden. Foto: dpa

Mengwi. Wer nach Bali kommt, will oft allem Alltagsstress entfliehen. So auch die Brautpaare, die sich auf der „Insel der Götter” vermählen lassen - ohne Ärger wegen der Sitzordnung oder einer Geschenkliste, dafür aber mit umso mehr romantischer Kulisse.

Der Bräutigam sagt fest: „Ich will”, die Braut kämpft vor Rührung mit den Tränen - eine schöne deutsche Hochzeit, wie sie sich gehört. Nur ist bei Sandra Meier und Kai Ritter der schönste Tag im Leben alles andere als deutsch: Palmen neigen sich im Wind, Frangipani-Blüten stecken in ihrem Haar, und statt einer Blaskapelle liefern exotische Holzinstrumente die Hintergrundmusik. Das Paar heiratet auf Bali, der indonesischen „Insel der Götter”.

„Wir wollten etwas ganz Besonderes”, sagt der 35-jährige Ritter, der in Neumarkt in der Oberpfalz eine Firma für Buchhaltungsservice hat. Er sitzt kurz vor der Trauung leicht angespannt auf dem Rattansofa im Tropengarten. „So langsam werde ich nervös”, räumt er ein. Sandra Meier wird derweil im Brautzimmer frisiert.

Gery Nutz schießt dort die ersten Fotos der Braut, entspannt auf dem Bett mit Strauß, den Blick in die Ferne gerichtet. „Jetzt mal ganz locker”, versucht der Hochzeits-Organisator Sandra Meier aus der Reserve zu locken. Was denkt die Braut, 12.000 Kilometer von Eltern, Freunden, Heimat entfernt? „Ich habe gerade Null-Summe im Kopf”, sagt sie.

Aber eines ist klar: Die 32-jährige Mediengestalterin aus Moers vermisst weder die beste Freundin noch die Mutter. „Wir möchten eine Erinnerung, die nur wir beide haben”, sagt sie. Kein Stress soll den Start ins Eheleben überschatten. Das Fest für Verwandte und Freunde wird 2011 nachgeholt, Kirche inklusive.

Um Punkt 15 Uhr eskortieren zwei balinesische Schönheiten erst den Bräutigam, dann die Braut über einen Blütenteppich in den geschmückten Pavillon der „Villa Kompiang” bei Mengwi. Hier wartet Pfarrer Wayan, der die beiden an Liebe, Treue und Gottvertrauen erinnert. Für den Rest sorgt der Hochzeitsorganisator: Er hat ein ganz persönliches Eheversprechen formuliert, das die beiden sich gegenseitig mit tiefem Blick in die Augen sagen: „Ich freue mich darauf, mein Leben und alles, das es bereit hält, mit dir zu teilen.”

Die Standesbeamtin ist ebenfalls gekommen. Sie versichert sich, dass die beiden freiwillig „Ja” gesagt haben, und besiegelt die Ehe mit drei Hammerschlägen. Der deutsche Honorarkonsul aus Bali beglaubigt die Eheurkunde später - damit sind Kai und Sandra auch in Deutschland rechtsgültig verheiratet.

Ringe, Kuss, Sekt - alles wie zu Hause, und doch ganz anders. Vor allem legerer: Kai trägt Polohemd und Sommerhose, Sandra zieht trotz des weißen Brautkleids ihre eleganten Schuhe bald aus und schlüpft in Flach-Sandalen - auch für das romantische Foto-Shooting am Strand.

Nach Angaben der Standesbeamtin heiraten jeden Monat mehr als 100 ausländische Paare auf Bali, darunter viele Australier, aber auch Europäer. Zahlreiche Hotels bieten Arrangements, die Brautleute werden dabei jedoch oft zwischen den anderen Hotelgästen vermählt, die sich gerne mal mit Badelatschen und Bierbauch ins Bild drängen.

Gery Nutz richtet die Feier in seinem Privatgarten aus. Der gebürtige Österreicher lebt seit mehr als 20 Jahren auf Bali. Er engagiert mit seiner balinesischen Frau Friseurin, Pfarrer und Standesbeamtin, er besorgt Übersetzungen, Beglaubigungen, Fotos, Taschentücher und Ambiente.

alls das Brautpaar es wünscht, arrangiert er auch das Dinner in lauer Sommerluft bei Kerzenlicht und eine Übernachtung in der Hochzeitssuite. Ein Rundum-Paket kostet rund 1400 Euro. „Mein Geschäft ist es, Menschen glücklich zu machen”, sagt Nutz. Bei Kai und Sandra hat es geklappt. „Noch schöner, als ich dachte”, sagt der Bräutigam. Und die Braut wischt eine Träne weg.
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