„Babymoon”: Urlaub mit Bauch

Von: Jennifer Reuß, dpa
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Urlaub/ schwanger
„Für mich die Erdbeeren, für Dich die Gewürzgurke”: So wie „Ginas Baby- und Kinderhotel” in Österreich stellen sich immer mehr Hotels auch auf werdende Eltern ein. Foto: dpa

Amersfort/Wien. Nach der Hochzeit reisen Paare in die Flitterwochen, die Engländer sprechen dann vom „Honeymoon”. Für werdende Eltern dagegen führt der Weg in den „Babymoon” - so nennt die Touristikbranche den letzten gemeinsamen Urlaub vor der Geburt.

Ob in den Alpen oder am Meer, in Städten wie London, Wien oder Rom, auf Inseln wie Kreta oder Malta: Immer mehr Anbieter gehen auf die Bedürfnisse von Schwangeren ein und schnüren Pakete für diese Zeit.

„Werdende Mütter werden immer aktiver und möchten sich trotz Babybauch nicht einschränken”, beobachtet Thomas Pompernigg aus Köstendorf bei Salzburg. Mit seiner Frau Ivonne hat er Anfang 2008 die Dachmarke „New Life Hotels” entwickelt. Deren Häuser in Deutschland und Österreich stimmen ihre Arrangements auf werdende Mütter ab. Weil viele Frauen immer später ihr erstes Kind erwarten, sei die erste oft auch die letzte Schwangerschaft, nennt Pompernigg einen weiteren Grund für die Nachfrage nach „Babymoon”-Angeboten: Die angehenden Eltern nähmen die Schwangerschaft bewusster wahr und zelebrierten sie geradezu.

Beliebt ist zum Beispiel der „Kinderwagen-Führerschein”, den ein Hotel in Kirchdorf in den Kitzbüheler Alpen anbietet. Im Ostseebad Wustrow in Mecklenburg-Vorpommern erhalten angehende Eltern in einem Hotel Einrichtungstipps für das Kinderzimmer - und zwar nach den Prinzipien des Feng Shui. Ein „Baby- und Kinderhotel” in Drobollach in Österreich will schwangere Paare mit Gratis-Gewürzgurken locken, ein Hotel in Wien mit einer Stadtrundfahrt per Limousine. Und in Florenz und Rom stellen Hotels einen persönlichen Einkaufsberater zur Verfügung, der den Gästen die schönsten Babyboutiquen zeigt.

Als ideale Reisezeit für den Urlaub mit Babybauch gilt das zweite Schwangerschaftsdrittel. Dann ist die schlimmste Morgenübelkeit vorbei, und die meisten Frauen genießen ihre Schwangerschaft. Allerdings gilt: „Auf weite Flugreisen sollten Schwangere wegen der Strahlenbelastung verzichten”, betont Peter Potthoff aus Bad Honnef, Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein im Berufsverband der Frauenärzte. Bei längeren Autofahrten sind regelmäßige Pausen Pflicht, um sich die Beine zu vertreten - sonst drohen Thrombosen.

Am Urlaubsort sollte die körperliche Belastung dem persönlichen Fitnesslevel angepasst werden. „Schwanger zum ersten Mal auf die Seiseralm zu wandern, ist keine gute Idee”, betont Potthoff. Auch allzu ausgedehnte Sonnenbäder seien nicht empfehlenswert, weiß Potthoffs Kollege Manfred Steiner aus Ihringen in Baden-Württemberg.

Für die Frauen sei es „in der Schwangerschaft besonders wichtig, viel für Körper und Seele zu tun”, sagt Pompernigg. Gewichtszunahme und die „Umverteilung der Figur” machten das Leben beschwerlicher. Die Auszeit sei eine gute Möglichkeit, Stress abzubauen und Kräfte für die Geburt zu sammeln, sagt Ilonka Molijn-van Ginkel. Die zweifache Mutter aus Amersfort in den Niederlanden hat vor zwei Jahren die Internetseite www.baby-moon.eu ins Leben gerufen, um das amerikanische Urlaubskonzept in Europa zu etablieren. Mittlerweile sind dort Angebote von mehr als 90 Luxushotels weltweit aufgeführt.

Immer ein Bestandteil der Pakete sind Arrangements aus dem Spa-Bereich. Dort erhält die werdende Mama zum Beispiel Bäder oder Entspannungsmassagen. „Dabei wird natürlich immer darauf geachtet, dass keine wehenfördernden Zutaten benutzt werden”, betont Thomas Pompernigg. Eine Zupfbehandlung soll für einen schönen Bauch sorgen, ein Peeling entspannt die schweren Beine, und die Füße werden bei einer Pediküre gepflegt. Auch sanfte Sportkurse wie Yoga für Schwangere, Gymnastik oder Bauchtanz werden populärer.

Die Wartezeit auf das Baby nutzen viele Paare auch, um sich noch einmal aufeinander zu konzentrieren und ihre Beziehung zu festigen. „Oft ist dies der letzte sorglose Urlaub, den angehende Eltern als Paar verbringen”, beobachtet die Engländerin Lisa Petrocelli. Ihre Internetseite www.babymoonguide.com bündelt Arrangements verschiedener Anbieter und erleichtert angehenden Eltern die Suche.
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