Auseinandersetzung mit dem Thema Tod: Mit anderen über die eigenen Ängste sprechen

Von: dapd
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Zürich. Manche Senioren ängstigt der Gedanke an ihr eigenes Lebensende. „Viele haben Angst vor Schmerzen und davor, hilflos und ausgeliefert zu sein”, sagt Elisabeth Schlumpf, Autorin des Ratgebers „Wenn ich einst alt bin, trage ich Mohnrot”.

Manche fühlten sich auch durch die Ungewissheit rund um das Thema Tod verunsichert. „Man weiß nicht, wann man stirbt, wie und wo es passieren wird, was danach ist - auch das macht Angst”, sagt die Diplom-Psychologin aus Zürich. Und auch der durch den Tod bedingte Verlust von Familie, Freunden, Besitz und anderen Dingen, in denen man am Leben hängt, mache vielen zu schaffen.

„All diese Dinge sind keine Kleinigkeiten, und natürlich machen sie erstmal Angst”, sagt Schlumpf. Sich mit dem Gedanken an den eigenen Tod anzufreunden, dauere seine Zeit. „Hilfreich ist es, wenn man mit anderen über dieses Thema spricht und sich anhört, wie sie damit umgehen”, sagt die Expertin.

Viele empfänden es auch als tröstlich, bestimmte Dinge zu ordnen. „Man sollte sich klar machen, was man erledigt haben möchte, bevor man stirbt”, sagt Elisabeth Schlumpf. Beispielsweise könne man eine Patientenverfügung verfassen und sich genau überlegen, wer was bekommen soll. „Manche beruhigt es auch, ihre Wohnung oder ihr Haus aufzuräumen.”

Die Psychologin empfiehlt, sich auch das gelebte Leben noch einmal vor Augen zu führen und sich klar zu machen, dass man seine Aufgaben erfüllt hat. „Man sollte versuchen, sich Fehler zu verzeihen, sich mit seinem Leben auszusöhnen.” Dadurch bekomme man das Gefühl, dass man jetzt beruhigt gehen kann.

Nicht zuletzt helfe gegen die Angst vor dem Sterben und dem Tod, Vertrauen aufzubauen. „Vertrauen in die palliative Medizin, in die Menschen, die einem nahe stehen, vielleicht auch in eine höhere Macht kann dabei helfen, dem eigenen Ende mutig entgegenzublicken”, sagt Schlumpf.
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