Karlsruhe - Auf Pöbeleien in der Öffentlichkeit besonnen reagieren

Auf Pöbeleien in der Öffentlichkeit besonnen reagieren

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:
Zivilcourage
Bei Zivilcourage bleibe immer ein Restrisiko für den Helfenden. Man könne beispielsweise nie wissen, ob der Angreifer ein Messer bei sich trage. Erst, wenn man die Situation für sich bewertet habe, sollte man die nächsten Schritte planen. Wichtig sei, dass man sich Unterstützung suche. Foto: ddp

Karlsruhe. Viele Leute wollen helfen, wenn andere in ihrem Beisein angepöbelt und beschimpft werden. In solchen Situationen ist allerdings umsichtiges Handeln gefragt.

„Jede Form von Hilfe ist richtig. Niemand erwartet, dass man in solchen Momenten als Außenstehender Heldentaten vollbringt”, betont Remigius Kraus, Erster Polizeihauptkommissar beim Polizeipräsidium Karlsruhe.

Wichtig sei, dass man nicht untätig abwarte oder gar wegschaue. „Auch eine Beleidigung ist eine Straftat”, betont Kraus. Zudem bestehe immer die Gefahr, dass so ein Streit ausufert. Ob man selbst einschreitet oder lieber gleich die Polizei ruft, müsse man von Fall zu Fall entscheiden.

Wichtig sei, erst einmal einzuschätzen, ob man sich selbst durch ein Einschreiten in eine unvertretbare Gefahr bringen würde. „Man sollte sich den Täter genau anschauen: Ist er stärker als man selbst? Ist er angetrunken? Oder sind es sogar mehrere?”, sagt der Experte für Gewaltprävention.

Bei Zivilcourage bleibe immer ein Restrisiko für den Helfenden. Man könne beispielsweise nie wissen, ob der Angreifer ein Messer bei sich trage. Erst, wenn man die Situation für sich bewertet habe, sollte man die nächsten Schritte planen. Wichtig sei, dass man sich Unterstützung suche.

„Alleine ist man in so einem Moment immer am schlechtesten dran. Man sollte daher andere auf die Situation aufmerksam machen und sie um Hilfe bitten”, sagt Kraus. Dabei sei es wichtig, dass man andere Beobachter direkt anspreche, beispielsweise: „Der Herr im gelben Pulli, kommen Sie bitte mal her.”

Spricht man den Täter an, sollte man unbedingt darauf achten, ihn zu siezen. „Wenn man ihn mit du anspricht, könnten Außenstehende denken, man kenne den Angreifer und es handle sich um eine private Auseinandersetzung.”

Eine Möglichkeit sei auch, sich direkt an das Opfer zu wenden und es unter einem Vorwand aus der Situation herauszuholen. „Man könnte den Betroffenen beispielsweise fragen, ob er kurz herkommen und einem Geld wechseln kann”, sagt Kraus. Die Täter seien durch solche Aktionen meist verblüfft.

Helfer sollten sich Merkmale des Täters einprägen, schnell die Polizei verständigen und sich als Zeuge zur Verfügung stellen. „Außerdem sollte man sich bis zur Ankunft der Beamten um das häufig traumatisierte Opfer kümmern”, betont Kraus.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert