Auf Misshandlungen in der Pflege sofort reagieren

Von: dapd
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Gebrechliche und kranke Menschen sind meist auf die Hilfe anderer angewiesen. Werden Pflegebedürftige durch diese Helfer misshandelt, ist es für daher schwer für sie, sich aus dieser Situation zu befreien. Foto: ddp

Bonn. Gebrechliche und kranke Menschen sind meist auf die Hilfe anderer angewiesen. Werden Pflegebedürftige durch diese Helfer misshandelt, ist es für daher schwer für sie, sich aus dieser Situation zu befreien.

„Gewalt in der Pflege ist ein alltägliches Phänomen”, sagt Professor Rolf Dieter Hirsch, Vorsitzender des Vereins „Handeln statt Misshandeln” in Bonn. Dazu zählten nicht nur körperliche Misshandlungen: „Beschämen, Anschreien, finanzielle Ausbeutung, Freiheitsberaubung - auch das sind Methoden, mit denen Pflegebedürftigen Gewalt angetan wird”, betont der Gerontopsychiater.

Häufig sei eine Überforderung des Pflegenden der Grund für solche Übergriffe. „Wichtig ist auf jeden Fall, dass solche Vorfälle beim ersten Auftreten behandelt werden”, sagt Hirsch. Dabei gehe es nicht so sehr um die Klärung der Schuldfrage, sondern darum, Unterstützung zu organisieren. Reagiere man hingegen erst verzögert, werde das gewalttätige Verhalten für den Pfleger sehr schnell zu Gewohnheit.

„Wenn möglich sollte man die Spuren körperlicher Misshandlungen fotografisch dokumentieren - mit Datumsanzeige”, empfiehlt der Experte. Ansonsten könne es für die spätere Klärung hilfreich sein, die Zwischenfälle aufzuschreiben.

Für Betroffene oder andere Zeugen der Misshandlungen könne ein Gespräch mit den Angehörigen des Pflegebedürftigen ein erster Schritt zur Klärung der Situation sein. „In einer Einrichtung kann man dann die Pflegedienstleitung ansprechen”, sagt Hirsch. Generell seien die Heime für das Thema sensibilisierter als früher und gingen solchen Hinweisen auch nach. Aber auch der Hausarzt, ein Seelsorger, der lokale Seniorenbeirat oder bei Demenzkranken die Alzheimergesellschaft seien bei Gewalt gegen Pflegebedürftige geeignete Anlaufstellen.

Weitere Informationen: Verein „Handeln statt Misshandeln”, http://Internet: hsm-bonn.de, Notruftelefon: 0228/696868)
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