Auch leichte Hundebisse vom Arzt behandeln lassen

Von: dpa
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Köln. Wird ein Kind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen von einem Hund gebissen, sollten Eltern mit ihm zum Arzt. „Selbst durch kleine Verletzungen können mit dem Tierspeichel Krankheitserreger in die Wunde gelangen”, erläutert Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln.

„Eltern sollten die Bisswunde unter handwarmem, fließendem Wasser reinigen und anschließend mit einer sterilen Mullkompresse abdecken. Hundebissverletzungen sind meist Reiß-/Quetschwunden, die fachärztlich versorgt werden müssen.”

Gelegentlich ist die äußere Verletzung zwar klein, aber unterhalb des Hautniveaus kann es durch die Quetschung zu größeren Gewebeverletzungen gekommen sein. Der Tetanusschutz (Wundstarrkrampf) sollte bei einer Bissverletzung gegebenenfalls aufgefrischt werden. Eltern nehmen deshalb am besten den Impfpass des Kindes mit zum Arzt. Für Tollwut besteht in Deutschland bei Haus- und Wildtieren zurzeit kaum eine Gefahr, doch es gibt Einzelfälle von an Tollwut erkrankten Fledermäusen. Grundsätzlich muss also sichergestellt sein, dass der Biss nicht von einem an Tollwut erkrankten Hund stammte. Nur wenn die Haut nicht verletzt wurde, besteht laut Fegeler keine Infektionsgefahr.

Kinder haben im Vergleich zu Erwachsenen ein um das Dreifache erhöhtes Risiko, von einem Hund verletzt zu werden - vor allem am Kopf, da dieser sich oft auf gleicher Höhe mit dem Hund befindet. Über die Hälfte aller minderjährigen Hundebissopfer sind Kinder unter fünf Jahren - besonders gefährdet sind Dreijährige. Dabei sind es nicht nur fremde Hunde oder Kampfhunde, die nach Kindern schnappen. „Die meisten Hunde reagieren aggressiv, wenn sie Angst haben oder sich bedroht fühlen, zum Beispiel, wenn sie beim Schlafen oder beim Fressen gestört werden, oder wenn das Kind sie zu heftig liebkost oder ärgert”, sagt der Kinder- und Jugendarzt.

Er rät Eltern, ihrem Kind deshalb möglichst früh den Respekt vor Tieren beizubringen und es bis etwa zum Alter von sieben Jahren nicht alleine mit einem Hund zu lassen. Kinder sollten sich dem Hund immer vorsichtig nähern - und unbekannten Hunden nur mit vorheriger Erlaubnis des Besitzers.

Attackiert ein Hund ein Kind, sind folgende Regeln hilfreich: Es sollte stillstehen, nicht schreien, Arme und Hände hängen lassen, Blick abwenden und alles fallen lassen, was es in den Händen hält. Wenn der Hund es umwirft oder wenn es vor dem Hund hingefallen ist, sollte es sich klein machen, also zusammenrollen oder flach mit dem Bauch zum Boden liegen bleiben, und mit beiden Händen den Nacken schützen („sich tot stellen”).

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